Justizze.

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Justizze. Art. 53 StHG

Bundesgericht

Steuerpflichtige vergütet Schwestergesellschaft Organisationskosten: Kein Nachweis für geschäftsmässige Begründetheit, Nachsteuer rechtmässig erhoben (Art. 151 DBG, Art. 53 StHG)

Datum
31.05.2022
Geschäftsnummer
2C 808/2021
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 32 BGG Art. 42 BGG Art. 86 BGG Art. 89 BGG Art. 90 BGG Art. 95 BGG Art. 97 BGG Art. 99 BGG Art. 100 BGG Art. 102 BGG Art. 105 BGG Art. 106 BGG Art. 29 BV Art. 127 BV Art. 58 DBG Art. 146 DBG Art. 151 DBG Art. 24 StHG Art. 53 StHG Art. 73 StHG

Zusammenfassung

Die A.________ AG erhob beim Bundesgericht Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, das ihre Beschwerde gegen die Nachsteuerverfügungen des kantonalen Steueramts für die Steuerperiode 2010 abgewiesen hatte. Die Nachsteuer wurde wegen einer Vergütung von Fr. 151'760.-- an die Schwestergesellschaft im Titel 'Organisationskosten' erhoben. Die Steuerpflichtige bestritt, dass diese Vergütung geschäftsmässig begründet sei, und rügte insbesondere eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung, Gehörsverletzung sowie einen überspitzten Formalismus. Sie wandte sich ferner gegen die Erhebung einer Strafsteuer und machte geltend, die Besteuerung verstoße gegen das Gebot der Verhältnismässigkeit.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab. Es stellte fest, dass die Steuerpflichtige nicht nachweisen konnte, dass die Vergütung von Fr. 151'760.-- an ihre Schwestergesellschaft im Titel 'Organisationskosten' geschäftsmässig begründet war. Die Schwestergesellschaft verfügte im Geschäftsjahr 2010 weder über eigenes Personal noch über entsprechende Personalressourcen, und es fehlte jeder Nachweis für die angeblichen Dienstleistungen: Weder lag eine schriftliche Vereinbarung vor, noch konnte die Arbeitsleistung des Alleinaktionärs zugunsten der Schwestergesellschaft nachgewiesen werden; Dokumente zur Untermauerung der 'Organisationsdienstleistungen' fehlten vollständig, lediglich die streitbetroffene Rechnung existierte. Das Bundesgericht folgte der Auffassung der Veranlagungsbehörde, dass das Leistungsverhältnis ausschliesslich der Nutzung des Verlustvortrags der Schwestergesellschaft diente. Die formellen Rügen der Steuerpflichtigen – zur unrichtigen Sachverhaltsfeststellung, zur Gehörsverletzung und zum überspitzten Formalismus – wies das Bundesgericht zurück, weil sie entweder appellatorisch waren oder nicht ausreichend begründet wurden, wie dies gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG und Art. 29 Abs. 2 BV für verfassungsrechtliche Rügen erforderlich ist. Die Rüge zur Verhältnismässigkeit der Besteuerung wurde als oberflächlich verworfen. Die Frage der Strafsteuer lag ausserhalb des Streitgegenstandes, da der angefochtene Entscheid ausschliesslich die Nachsteuer betraf (Art. 99 Abs. 2 BGG). Die Kosten des Verfahrens von Fr. 2'500.-- wurden der Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 65 in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 BGG). Diese Entscheidung verdeutlicht die strenge Beweislast der Steuerpflichtigen bei der Geltendmachung von Aufwandsposten gegenüber nahestehenden Gesellschaften und die enge Grenze zwischen zulässiger Gestaltung und steuerlicher Umgehung.

Regeste

Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Zürich und direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2010; Nachsteuer | Öffentliche Finanzen & Abgaberecht

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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