Justizze.

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Justizze. Art. 83 BGG

Bundesgericht

Kameruner mit erloschener Niederlassungsbewilligung nach mehr als sechsmonatiger Abwesenheit beantragt neue Aufenthaltsbewilligung: Beschwerde als offensichtlich unzulässig verworfen (Art. 83 lit. c Ziff. 2, 4 und 5 BGG)

Datum
04.02.2025
Geschäftsnummer
2C 25/2025
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 30 AIG Art. 61 AIG Art. 62 AIG Art. 83 AIG Art. 42 BGG Art. 83 BGG Art. 106 BGG Art. 113 BGG Art. 115 BGG Art. 117 BGG Art. 13 BV Art. 29 BV Art. 8 EMRK

Zusammenfassung

Ein kamerunischer Staatsangehöriger, der 2007 in die Schweiz einreiste und 2017 eine Niederlassungsbewilligung erhielt, reiste 2018 nach Kamerun aus und wurde dort abgemeldet. Nach einer Abwesenheit von über zwei Jahren kehrte er 2020 in die Schweiz zurück und beantragte die 'Reaktivierung' seiner Bewilligung. Das kantonale Migrationsamt stellte das Erlöschen der Bewilligung fest, verweigerte eine neue Aufenthaltsbewilligung und ordnete seine Wegweisung an. Der Entscheid wurde vom kantonalen Verwaltungsgericht bestätigt. Dagegen erhob der Betroffene beim Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde, wobei er auch um vorläufige Aufnahme, aufschiebende Wirkung und unentgeltliche Rechtspflege ersuchte. Streitig war, ob die Beschwerde zulässig ist und ob dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zusteht.

Das Bundesgericht nimmt auf die Beschwerde nicht ein, weil sie offensichtlich unzulässig ist. Die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers erlosch gemäss Art. 61 Abs. 2 AIG wegen einer Landesabwesenheit von mehr als sechs Monaten vom 1. Juli 2018 bis zum 12. September 2020. Da die Bewilligung erloschen ist, kommt allein die Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung in Betracht. Art. 30 Abs. 1 lit. k AIG (Wiederzulassung) und Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG (Härtefallbewilligung) räumen jedoch keinen Anspruch ein und fallen unter die Ausschlussgründe für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 83 lit. c Ziff. 2 und Ziff. 5 BGG. Auch ein Anspruch aus dem Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV scheidet aus, weil der Beschwerdeführer kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seinen in der Schweiz lebenden Angehörigen (Mutter, Stiefvater, Geschwister) substanziiert darlegt; seine allgemeinen Angaben zu Arbeitsstelle, fehlender Sozialhilfe und sozialen Kontakten reichen nicht aus, um eine über die normale Integration hinausgehende Verwurzelung zu belegen. Seine Rügen einer Rechtsverweigerung nach Art. 29 Abs. 1 BV und eines Verstoßes gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV sind unzureichend begründet, da er lediglich allgemeine Ausführungen und Verweise auf EGMR-Rechtsprechung macht, ohne konkret darzulegen, inwiefern das Verwaltungsgericht eine Rechtsverweigerung oder Gehörsverletzung begangen hätte. Ebenso fehlt jeder Bezug zu besonderen verfassungsmäßigen Rechten wie Art. 10 Abs. 3 BV, Art. 2 oder 3 EMRK oder Art. 25 Abs. 2 BV, die eine Anfechtung der Wegweisung ermöglichen würden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, weil das Rechtsmittel aussichtslos ist; auf die Erhebung von Gerichtskosten wird verzichtet.

Die Entscheidung verdeutlicht die strikte Zulässigkeitsprüfung bei Beschwerden im Ausländerrecht: Sobald die Niederlassungsbewilligung erloschen ist und kein gesetzlicher Anspruch auf eine neue Bewilligung besteht, ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ausgeschlossen – selbst wenn der Betroffene seit langem in der Schweiz gelebt hat. Sie unterstreicht zudem die hohe Begründungshürde für Verfassungsrügen, insbesondere bei allgemeinen Behauptungen ohne konkrete Darlegung einer Verletzung verfahrensrechtlicher Grundrechte.

Regeste

Erlöschen der Niederlassungsbewilligung bzw. Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung | Bürgerrecht und Ausländerrecht

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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