Justizze.

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Justizze. Art. 207 SchKG

Bundesgericht

Feststellungsklage nach Art. 85a SchKG: Bei Konkurs des Klägers ist Verfahren zu sistieren, vorinstanzliches Urteil bleibt aber gültig (Art. 207 SchKG)

BGE / ATF / DTF
BGE 132 III 89 · ATF 132 III 89 · DTF 132 III 89
Datum
18.11.2005
Geschäftsnummer
BGE 132 III 89
Abteilung
CH_BGE_005
Ausgang
Rückweisung

Tragende Normen

Art. 63 KOV Art. 83 SchKG Art. 85a SchKG Art. 204 SchKG Art. 206 SchKG Art. 207 SchKG Art. 230 SchKG Art. 250 SchKG Art. 260 SchKG

Zusammenfassung

Ein Papageienzüchter kaufte sechs Mülleramazonen-Papageien, die erkrankten und starben, woraufhin sein gesamter Zuchtbestand infiziert wurde. Der Verkäufer liess den Käufer über zwei Millionen Franken betreiben und erhob daraufhin eine negative Feststellungsklage nach Art. 85a SchKG auf Nichtbestehen der Forderung. Während des Verfahrens wurde über den Kläger der Konkurs eröffnet. Das Obergericht fällte einen Sachentscheid, ohne Kenntnis vom Konkurs zu haben. Die Frage betrifft die Auswirkungen des Konkurses auf das anhängige Feststellungsverfahren und die Gültigkeit des vorinstanzlichen Urteils.

Das Bundesgericht ordnete die Sistierung des Verfahrens gemäss Art. 207 Abs. 1 SchKG an, bestätigte jedoch die Gültigkeit des vorinstanzlichen Urteils. Mit der Konkurseröffnung am 9. August 2004 verlor der Kläger gemäss Art. 204 SchKG seine Prozessführungsbefugnis bezüglich der vermögensrechtlichen Ansprüche. Gleichzeitig wurde die zugrundeliegende Betreibung gemäss Art. 206 Abs. 1 SchKG aufgehoben, da keine Einstellung mangels Aktiven vorlag.

Trotz der Aufhebung der Betreibung ist das Klageverfahren nach Art. 85a SchKG analog zur Aberkennungsklage gemäss Art. 207 SchKG zu sistieren. Dies gilt bis zur Klärung, ob die Konkursmasse oder einzelne Gläubiger den Prozess fortführen wollen. Das Argument der Dringlichkeit aufgrund des beschleunigten Verfahrens greift nicht, da die Dringlichkeit untrennbar mit der nunmehr aufgehobenen Betreibung verbunden war. Auch der Einwand, der Prozess berühre die Masse nicht, weil alle Gläubiger befriedigt würden, ist unbeachtlich, da der Vermögenswert der Masse vom Ausgang abhängt.

Dass das Obergericht das Verfahren nicht sistierte, führt nicht zur Nichtigkeit des Entscheids. Ein Mangel liegt nur bei schwersten Fehlern wie absoluter Unzuständigkeit vor; hier blieb das Gericht innerhalb seiner rechtlichen Kompetenzgrenzen. Die eidgenössische Berufung ist zulässig, da es sich um eine materiellrechtliche Zivilrechtsstreitigkeit im Sinne von Art. 46 OG handelt. Für die weitere Behandlung gelten die Regeln von Art. 63 KOV sowie Art. 250 und 260 SchKG betreffend die Vormerkung im Kollokationsplan und die allfällige Fortführung durch die Masse oder Gläubiger.

Regeste

Feststellungsklage nach Art. 85a SchKG, Zivilrechtsstreitigkeit (Art. 46 OG); Auswirkungen des Konkurses des Klägers auf das Klageverfahren (Art. 204, 206 und 207 SchKG). Eine Klage nach Art. 85a SchKG ist eine materiellrechtliche Feststellungsklage, welche eine vermögensrechtliche Zivilrechtsstreitigkeit begründet. Ein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid über eine solche Klage kann daher mit eidgenössischer Berufung angefochten werden, wenn der erforderliche Streitwert erreicht ist (E. 1.1 und 1.2). Fällt der Kläger in Konkurs, so verliert er das Prozessführungsrecht über die Klage nach Art. 85a SchKG und die ihr zu Grunde liegende Betreibung wird aufgehoben, sofern der Konkurs nicht mangels Aktiven eingestellt wird (E. 1.3 und 1.4). Nach dem Konkurs des Klägers ist das Klageverfahren nach Art. 85a SchKG zu sistieren, bis feststeht, ob es durch die Konkursmasse oder einzelne Gläubiger oder bei der Einstellung des Konkurses mangels Aktiven vom Kläger weitergeführt wird (E. 1.5 und 1.6). Hat ein kantonales Gericht über eine Klage nach Art. 85a SchKG einen Entscheid gefällt, obwohl es das Verfahren auf Grund des Konkurses des Klägers hätte sistieren müssen, so ist der Entscheid dennoch gültig (E. 2). Regeste Action en constatation selon l'art. 85a LP, contestation civile (art. 46 OJ); effets de la faillite du demandeur sur le procès (art. 204, 206 et 207 LP). L'action en constatation fondée sur l'art. 85a LP est une action de droit matériel, qui constitue une contestation civile de nature pécuniaire. Une décision rendue en dernière instance cantonale dans une telle cause peut par conséquent faire l'objet d'un recours en réforme au Tribunal fédéral, si la valeur litigieuse requise est atteinte (consid. 1.1. et 1.2). Lorsque le demandeur est déclaré en faillite, il perd la capacité d'ester en justice dans l'action introduite selon l'art. 85a LP et la poursuite à l'origine de celle-ci s'éteint, à moins que la faillite ne soit suspendue faute d'actif (consid. 1.3 et 1.4). Une fois la faillite du demandeur prononcée, le procès fondé sur l'art. 85a LP doit être suspendu jusqu'à ce qu'il soit décidé s'il sera repris par la masse, par un créancier ou, en cas de suspension de la faillite faute d'actif, par le demandeur (consid. 1.5 et 1.6). Si une cour cantonale statue sur une action en constatation selon l'art. 85a LP, alors qu'elle aurait dû suspendre le procès en raison de la faillite du demandeur, sa décision est néanmoins valable (consid. 2). Regesto Azione di accertamento giusta l'art. 85a LEF, controversia di natura civile (art. 46 OG); effetti del fallimento dell'attore sul procedimento giudiziario (art. 204, 206 e 207 LEF). L'azione fondata sull'art. 85a LEF è un'azione di accertamento di diritto materiale, che dà luogo ad un procedimento civile di carattere pecuniario. Un giudizio emanato dall'ultima istanza cantonale nell'ambito di una tale procedura può pertanto venir impugnato mediante ricorso per riforma, se viene raggiunto il valore litigioso necessario (consid. 1.1 e 1.2). L'attore che cade in fallimento perde la capacità processuale nella causa introdotta sulla base dell'art. 85a LEF e l'esecuzione all'origine di tale procedura viene annullata, a meno che il fallimento non venga sospeso per mancanza di attivi (consid. 1.3 e 1.4). Dopo la dichiarazione di fallimento dell'attore la causa fondata sull'art. 85a LEF dev'essere sospesa fino a quando venga deciso se questa verrà continuata dalla massa fallimentare o dai singoli creditori oppure, qualora il fallimento venga sospeso per mancanza di attivi, dall'attore stesso (consid. 1.5 e 1.6). Qualora un tribunale cantonale statuisca su di un procedimento fondato sull'art. 85a LEF, che avrebbe invece dovuto sospendere a causa del fallimento dell'attore, il suo giudizio rimane comunque valido (consid. 2).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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