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Justizze. Art. 108 BGG

Bundesgericht

Beschwerdeführer in Rechtsöffnungsverfahren wegen ausländischer Kostenfestsetzungsbeschlüsse verweigert Eintritt ins Bundesgericht: fehlende Begründung, keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung und unzureichende Verfassungsrüge (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG)

Datum
12.04.2024
Geschäftsnummer
4D 8/2024
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 29 BGG Art. 39 BGG Art. 42 BGG Art. 47 BGG Art. 71 BGG Art. 74 BGG Art. 100 BGG Art. 106 BGG Art. 108 BGG Art. 116 BGG Art. 117 BGG Art. 118 BGG Art. 81 SchKG

Zusammenfassung

Ein Beschwerdeführer erhob Beschwerde an das Bundesgericht gegen ein Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, das seine Beschwerde gegen eine definitive Rechtsöffnung abgewiesen hatte. Die Rechtsöffnung beruhte auf zwei deutschen Kostenfestsetzungsbeschlüssen des Landgerichts München. Der Beschwerdeführer war in Deutschland inhaftiert und beantragte eine Verlängerung der Beschwerdefrist sowie eine Sistierung des Verfahrens bis drei Monate nach seiner Haftentlassung. Er machte zudem Vorwürfe einer vorsätzlichen Rechtsbeugung und gefälschter Beschlüsse und kritisierte seine Haftbedingungen. Das Bundesgericht prüfte die Zulässigkeit der Beschwerde.

Das Bundesgericht trat nicht auf die Beschwerde ein, weil diese nicht zulässig war. Die Beschwerdefrist war zwar gewahrt, doch eine Verlängerung ist nach Art. 47 Abs. 1 BGG unzulässig; der Antrag des Beschwerdeführers wurde daher abgelehnt. Auch eine Sistierung des Verfahrens war nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer nicht hinreichend darlegte, weshalb er durch seine Inhaftierung daran gehindert sei, eine Rechtsvertretung zu kontaktieren, und die Inhaftierung für sich genommen keinen hinreichenden Grund darstellt (Art. 6 Abs. 1 BZP i.V.m. Art. 71 BGG). Der Streitwert erreichte die gesetzliche Grenze für eine Beschwerde in Zivilsachen nicht (Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG); eine Zulässigkeit hing daher davon ab, ob eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung gestellt war (Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG), was der Beschwerdeführer nicht darlegte (Art. 42 Abs. 2 Satz 2 BGG). Da die Beschwerde in Zivilsachen nicht zulässig war, blieb nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113–119 BGG), die jedoch nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte rügen darf (Art. 116 BGG). Der Beschwerdeführer brachte keine konkrete, anhand der Vorinstanz-Erwägungen begründete Rüge vor, sondern wandte sich stattdessen gegen die deutsche Rechtsprechung und seine Haftumstände (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG). Schliesslich enthielt die Beschwerde offensichtlich keine hinreichende Begründung, weshalb nach Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG im vereinfachten Verfahren nicht darauf einzutreten war. Auf die Beschwerde wurde daher nicht eingetreten. Ausnahmsweise wurden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG), und dem Beschwerdegegner wurde keine Parteientschädigung zugesprochen, da seine unaufgeforderte Stellungnahme nicht entschädigungsfähig war (Art. 66 Abs. 3 i.V.m. Art. 68 Abs. 4 BGG). Die Parteien hatten zudem ihr Zustellungsdomizil in der Schweiz nicht bezeichnet, weshalb Mitteilungen unterbleiben konnten (Art. 39 Abs. 3 Satz 1 und 2 BGG). Dieses Urteil verdeutlicht die strikten Zulässigkeitsvoraussetzungen für Beschwerden im Rechtsöffnungsverfahren, insbesondere die Notwendigkeit einer klaren, an der Vorinstanz orientierten Verfassungsrüge und die Unmöglichkeit einer Fristverlängerung.

Regeste

Rechtsöffnung, | Schuldbetreibungs- und Konkursrecht

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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