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Justizze. Art. 82 SchKG

Bundesgericht

Gemeinde fordert Planungsmehrwert nach Umzonung ein: provisorische Rechtsöffnung zulässig, da Fälligkeit unabhängig von Überbauungsordnung und kein Austauschverhältnis besteht (Art. 82 Abs. 1 SchKG)

Datum
25.02.2026
Geschäftsnummer
4A_415/2025
Abteilung
I. Zivilrechtliche Abteilung
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 29 BGG Art. 42 BGG Art. 72 BGG Art. 74 BGG Art. 75 BGG Art. 76 BGG Art. 90 BGG Art. 95 BGG Art. 96 BGG Art. 97 BGG Art. 100 BGG Art. 105 BGG Art. 106 BGG Art. 18 OR Art. 82 OR Art. 216 OR Art. 5 RPG Art. 82 SchKG

Zusammenfassung

Ein Mitglied einer einfachen Gesellschaft, das gemeinsam mit anderen Grundstücke besitzt, deren Zonenplan geändert wurde, bestreitet die provisorische Rechtsöffnung zugunsten der Gemeinde für zwei vereinbarte Planungsmehrwertausgleiche. Die Gemeinde hatte die Forderungen in Betreibung gesetzt, nachdem sie trotz Mahnungen nicht bezahlt worden waren. Der Gesellschafter argumentiert, die Fälligkeit der Zahlungen hänge von der Erstellung einer Überbauungsordnung ab, die die Gemeinde nicht erlassen habe, und dass die Verträge synallagmatisch seien. Die Vorinstanz erteilte die provisorische Rechtsöffnung, worauf der Gesellschafter beim Bundesgericht Beschwerde erhob.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab und bestätigte die provisorische Rechtsöffnung. Es stellte fest, dass die Fälligkeit der Forderungen bereits 60 Tage nach der notariellen Beurkundung der Kaufverträge im Jahr 2022 eingetreten war, wie ausdrücklich in Ziffer 5 Abs. 1 der Verträge vom 30. März/1. Mai 2009 und vom 1./2. September 2013 festgelegt. Diese Klausel definierte drei Alternativen für den Fälligkeitseintritt – Baubewilligung, Verkauf oder spätestens 15 Jahre nach Inkrafttreten der Planungsmassnahme – und sah vor, dass der früheste Zeitpunkt massgebend ist. Da nur der Verkauf zur Diskussion stand und die anderen Alternativen nicht eingetreten waren, war die Fälligkeit zum maßgeblichen Zeitpunkt des Zahlungsbefehls am 4. Oktober 2024 längst eingetreten. Damit war die Voraussetzung für die provisorische Rechtsöffnung nach Art. 82 Abs. 1 SchKG erfüllt, weil die Verträge als Schuldanerkennungen gelten. Der Beschwerdeführer konnte nicht glaubhaft machen, dass ein Austauschverhältnis zwischen der Mehrwertabgabe und einer Gegenleistung der Gemeinde bestand. Die Mehrwertabgabe ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine kostenunabhängige Kausalabgabe, die allein dem Ausgleich für durch staatliche Planungsmassnahmen geschaffene Vorteile dient und nicht als Entgelt für eine staatliche Leistung zu verstehen ist (Art. 142 aBauG/BE, Art. 142 Abs. 1 aBauG/BE, Art. 5 Abs. 1 RPG). Auch die vertraglichen Zusagen der Gemeinde änderten nichts an dieser Rechtsnatur. Daher war die Einrede des nicht erfüllten Vertrags nach Art. 82 Abs. 2 SchKG nicht tragfähig. Zudem hatte die Vorinstanz ausreichend begründet, dass die Fälligkeit nicht von der Rechtskraft einer Überbauungsordnung abhing, sodass kein Verstoß gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV vorlag. Der Beschwerdeführer trägt die Gerichtskosten von Fr. 7'000.-- nach Art. 66 Abs. 1 BGG. Dieses Urteil klärt entscheidend, dass Planungsmehrwertvereinbarungen unter dem alten bernischen Baurecht keine synallagmatischen Verträge im Sinne der SchKG-Rechtsöffnung darstellen, weil die Abgabe eine gesetzlich angeordnete Kausalabgabe ist, die keiner Gegenleistung bedarf.

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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