Justizze.

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Justizze. Art. 9 AHVG

Bundesgericht

Vermittlung von Limousinendienstleistungen durch Chauffeur: Agententätigkeit gilt nicht als selbstständig, weil fehlende eigene Räumlichkeiten, fehlendes Personal und unzureichende Kostenübernahme (Art. 9 Abs. 1 AHVG)

Datum
07.05.2021
Geschäftsnummer
9C 3/2021
Ausgang
Gutgeheissen

Tragende Normen

Art. 5 AHVG Art. 8 AHVG Art. 9 AHVG Art. 13 AHVG Art. 42 BGG Art. 95 BGG Art. 97 BGG Art. 105 BGG

Zusammenfassung

Die Ausgleichskasse des Kantons Zürich beschwerte sich beim Bundesgericht gegen einen Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich, der die Vermittlungsprovisionen des A.________ aus der Vermittlung von Limousinendienstleistungen als selbstständiges Erwerbseinkommen qualifiziert hatte. Streitig war, ob diese Tätigkeit als unselbstständige oder selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Alters- und Hinterlassenenversicherung einzustufen ist. Die Parteien stritten insbesondere darüber, ob die vom Beschwerdegegner ausgeübte Tätigkeit als Agent den Voraussetzungen für eine selbstständige Erwerbstätigkeit genügt.

Das Bundesgericht hob den kantonalen Entscheid auf und bestätigte den Einspracheentscheid der Ausgleichskasse, wonach die Vermittlungstätigkeit des Beschwerdegegners als unselbstständige Erwerbstätigkeit einzustufen ist. Es stellte fest, dass der Beschwerdegegner als Agent im Sinne der ständigen Rechtsprechung tätig ist, dessen Tätigkeit daher nur dann als selbstständig gelten kann, wenn er kumulativ eigene Geschäftsräumlichkeiten benutzt, eigenes Personal beschäftigt und die Geschäftskosten im Wesentlichen selber trägt. Der Beschwerdegegner beschäftigt jedoch kein eigenes Personal und hat keine eigenen Geschäftsräumlichkeiten angemietet. Seine jährlichen Geschäftsunkosten von rund Fr. 30'000.– sind zwar nicht vernachlässigbar, aber erheblich geringer als die Kosten, die für eigene Räumlichkeiten und eigenes Personal typischerweise anfallen würden. Damit fehlen die kumulativen Voraussetzungen für eine selbstständige Agententätigkeit nach Art. 9 Abs. 1 AHVG, Art. 5 Abs. 2 AHVG und Art. 13 AHVG. Das kantonale Gericht verletzte daher Bundesrecht, indem es die Tätigkeit als selbstständig qualifizierte. Die Gerichtskosten von Fr. 500.– wurden dem Beschwerdegegner auferlegt. Diese Entscheidung präzisiert die Anwendung der kumulativen Kriterien für die selbstständige Agententätigkeit im AHV-Recht und bekräftigt die strikte Auslegung der Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 1 AHVG.

Regeste

Alters- und Hinterlassenenversicherung | Alters- und Hinterlassenenversicherung

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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