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Justizze. Art. 53d BVG

Bundesgericht

Pensionskasse A. klagt gegen Teilliquidationsverfügung: Anspruch des Abgangsbestands auf anteilsmässige Mitgabe technischer Rückstellungen bestätigt, Parteientschädigung aufgehoben (Art. 53d Abs. 1 BVG)

BGE / ATF / DTF
BGE 144 V 120 · ATF 144 V 120 · DTF 144 V 120
Datum
01.01.2018
Geschäftsnummer
BGE 144 V 120
Abteilung
CH_BGE_007
Ausgang
Teilweise gutgeheissen

Tragende Normen

Art. 53d BVG Art. 27h BVV

Zusammenfassung

Die Pensionskasse A. erhob Beschwerde gegen eine Verfügung der Bernischen BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), mit der diese angeordnet hatte, kollektive Rückstellungen anteilsmässig an die ausgetretenen Versicherten der D. AG weiterzugeben. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde ab und sprach den ehemaligen Mitarbeitern eine Parteientschädigung zu. Die Pensionskasse A. reichte daraufhin Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht ein. Streitig war insbesondere, ob Rückstellungen für Besitzstände, Pensionierungsverluste und den nicht finanzierten Teil der Risikoprämie anteilsmässig mitzugeben sind, obwohl sich die damit abgedeckten Risiken bei der abgebenden Pensionskasse nicht mehr verwirklichen können, sowie ob die Parteientschädigung rechtlich zulässig war.

Das Bundesgericht teilte die Beschwerde der Pensionskasse A. teilweise gut. Es bestätigte die Rechtsprechung aus BGE 140 V 121 und stellte klar, dass bei einer Teilliquidation technische Rückstellungen, die auch für den Abgangsbestand gebildet wurden, anteilsmässig mitzugeben sind – unabhängig davon, ob die damit abgedeckten versicherungstechnischen Risiken bei der abgebenden Vorsorgeeinrichtung noch realisierbar sind. Dies gilt für die Rückstellungen zur Finanzierung der Besitzstände und für Pensionierungsverluste, die nach Feststellung des Bundesverwaltungsgerichts für die aktiven Versicherten im Hinblick auf den Vorsorgefall Alter gebildet wurden, ebenso wie für die Rückstellungen zum nicht finanzierten Teil der Risikoprämie. Der Anspruch ergibt sich aus Art. 53d Abs. 1 BVG i.V.m. Art. 27h Abs. 1 BVV 2, die den Gleichbehandlungsgrundsatz und die fachlich anerkannten Grundsätze bei Teilliquidationen vorsehen. Hingegen hob das Bundesgericht die Parteientschädigung von Fr. 15'000.– zugunsten der ehemaligen Mitarbeitenden der D. AG auf, weil die Pensionskasse B. als Prozessvertreterin eigene Interessen verfolgte und kein zusätzlicher Aufwand für die Vertretung der Einzelversicherten ersichtlich war; dies verstösst gegen Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 9 Abs. 1 VGKE. Die Gerichtskosten werden nach dem Ausmass des Obsiegens und Unterliegens aufgeteilt, wobei die Beschwerdegegner solidarisch haften (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG); Parteientschädigungen für die Vorsorgeeinrichtungen und die Einzelversicherten scheiden aus (Art. 68 Abs. 3 BGG). Die Entscheidung ist bemerkenswert, weil sie die klare Trennung zwischen berufsvorsorgerechtlichen Risiken (Alter, Invalidität, Tod) und versicherungstechnischen Risiken (technischer Zinsfuss, Sterblichkeit, Invaliditätswahrscheinlichkeit) bekräftigt und die Rechtsprechung zur Mitgabe technischer Rückstellungen bei kollektivem Austritt stabilisiert.

Regeste

a Art. 53d Abs. 1 BVG; Art. 27h Abs. 1 BVV 2; Teilliquidation einer Vorsorgeeinrichtung; Anspruch des Abgangsbestands auf Teilung von Reserven und Rückstellungen. Werden bei einer Teilliquidation versicherungstechnische Risiken übertragen, sind die entsprechenden Rückstellungen nicht aufzulösen (und den übrigen Mitteln zuzuschlagen), sondern dem Abgangsbestand mitzugeben, soweit sie auch für diesen gebildet wurden. Es ist unerheblich, dass sich die durch die Rückstellungen abgedeckten Risiken bei der abgebenden Vorsorgeeinrichtung nicht mehr verwirklichen können. Bestätigung der Rechtsprechung von BGE 140 V 121 (E. 2). Regeste b Art. 53d Abs. 6 BVG; Verfahren bei Teilliquidation. Bei einem kollektiven Übertritt von Versicherten kann die übernehmende Vorsorgeeinrichtung die Voraussetzungen, das Verfahren und den Verteilungsplan einer Teilliquidation der abgebenden Vorsorgeeinrichtung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde überprüfen und entscheiden lassen (E. 4). Regeste a Art. 53d al. 1 LPP; art. 27h al. 1 OPP 2; liquidation partielle d'une institution de prévoyance; droit des membres du collectif sortant au partage des réserves et des provisions. Lorsque des risques actuariels sont cédés dans le cadre d'une liquidation partielle, les provisions correspondantes ne doivent pas être dissoutes (et attribuées aux fonds restants), mais allouées aux membres du collectif sortant pour autant qu'elles aient été constituées en leur faveur. Il importe peu que les risques couverts par les provisions ne puissent plus se réaliser pour l'institution de prévoyance cédante. Confirmation de la jurisprudence publiée aux ATF 140 V 121 (consid. 2). Regeste b Art. 53d al. 6 LPP; procédure en cas de liquidation partielle. Lors d'un transfert collectif d'assurés, l'institution de prévoyance reprenante peut faire vérifier par l'autorité de surveillance compétente les conditions, la procédure et le plan de répartition d'une liquidation partielle de l'institution de prévoyance transférante et lui demander de rendre une décision (consid. 4). Regesto a Art. 53d cpv. 1 LPP; art. 27h cpv. 1 OPP 2; liquidazione parziale di un istituto di previdenza; diritto del personale uscente alla ripartizione delle riserve e degli accantonamenti. Nel caso in cui i rischi attuariali siano trasferiti nell'ambito di una liquidazione parziale, gli accantonamenti corrispondenti non devono essere sciolti (e attribuiti ai fondi rimanenti), ma distribuiti in favore del personale uscente a condizione che siano stati costituiti in loro favore. È irrilevante che i rischi coperti dagli accantonamenti non possano più realizzarsi presso l'istituto di previdenza cedente. Conferma della giurisprudenza pubblicata in DTF 140 V 121 (consid. 2). Regesto b Art. 53d cpv. 6 LPP; procedura in caso di liquidazione parziale. Nell'ambito di un trasferimento collettivo d'assicurati, l'istituto di previdenza acquirente può fare verificare e decidere dall'autorità di vigilanza competente i presupposti, la procedura e il piano di ripartizione di una liquidazione parziale dell'istituto di previdenza cedente (consid. 4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

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