Justizze.

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Justizze. Art. 60 DBG

Bundesgericht

Aktiengesellschaft verrechnet Erbschaftssteuer und gesamten Erbschaftswert bei Gewinnsteuer: Abzugsfähigkeit der Steuer ja, Bruttoabzug des Erbes nein (Art. 59 Abs. 1 lit. a und Art. 60 lit. c DBG)

BGE / ATF / DTF
BGE 143 II 674 · ATF 143 II 674 · DTF 143 II 674
Datum
01.01.2017
Geschäftsnummer
BGE 143 II 674
Abteilung
CH_BGE_004
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 59 DBG Art. 60 DBG

Zusammenfassung

Eine Aktiengesellschaft erhielt Liegenschaften aus dem Nachlass einer verstorbenen Aktionärin und zahlte kantonale Erbschaftssteuern. In ihrer Steuererklärung für 2012 setzte sie sowohl die Erbschaftssteuer als auch den gesamten Wert des Erbes vom handelsrechtlichen Gewinn ab, was zu einem Verlust von über 18 Millionen Franken führte. Diesen Verlust wollte sie 2013 mit dem Gewinn verrechnen. Das kantonale Steueramt, das Steuerrekursgericht und das Verwaltungsgericht Zürich lehnten den Abzug des gesamten Erbschaftswerts ab. Die Aktiengesellschaft erhob Beschwerde ans Bundesgericht.

Das Bundesgericht verwirft die Beschwerde. Es stellt fest, dass kantonale Erbschaftssteuern grundsätzlich als geschäftsmässig begründeter Aufwand abzugsfähig sind, weil Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG sämtliche inländische Steuern ausdrücklich als solche qualifiziert – eine Ausnahme ist weder gesetzlich vorgesehen noch durch zwingende Gründe gerechtfertigt. Gleichzeitig entscheidet das Gericht, dass der Kapitalzuwachs aus Erbschaft nach Art. 60 lit. c DBG nur netto erfolgsneutral ist, also nur der Wert des geerbten Vermögens abzüglich der bezahlten Erbschaftssteuer steuerfrei bleibt. Der Bruttoabzug des Erbes von rund 50 Millionen Franken führte daher zu einer doppelten Berücksichtigung der Erbschaftssteuer von rund 18 Millionen Franken und verstösst gegen die Erfolgsneutralität. Der zulässige Verlust für 2012 beläuft sich deshalb nur auf Fr. 15'521.-, nicht auf Fr. 18'016'205.-. Damit bleibt der steuerbare Reingewinn für 2013 unverändert bei Fr. 1'973'000.-. Die Entscheidung klärt die systematische Beziehung zwischen Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG (Abzugsfähigkeit aller inländischen Steuern) und Art. 60 lit. c DBG (Nettoprinzip bei erfolgsneutralen Vorgängen) und bestätigt, dass ein Bruttoabzug bei Erbschaften die steuerrechtliche Korrekturvorschrift unterläuft.

Regeste

Art. 59 Abs. 1 lit. a und Art. 60 lit. c DBG. Abzugsfähigkeit kantonaler Erbschaftssteuern als geschäftsmässig begründeter Aufwand bei der Gewinnsteuer. Gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG sind grundsätzlich alle inländischen Steuern geschäftsmässig begründeter Aufwand, ausser das Gesetz schliesse die Abzugsfähigkeit aus oder es liegen zwingende Gründe vor, die eine Auslegung von Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG gegen dessen Wortlaut rechtfertigen. Eine solche Ausnahme findet sich in Art. 60 DBG für die dort erwähnten steuerlich erfolgsneutralen Vorgänge (inkl. Erbschaft) nicht. Erbschaftssteuern sind folglich abzugsfähig (E. 3). Gemäss Art. 60 lit. c DBG entsteht durch den Kapital zuwachs aus Erbschaft kein steuerbarer Gewinn, womit der Nettozuwachs an Kapital durch die Erbschaft gemeint ist, d.h. der Wert des geerbten Vermögensgegenstands abzüglich der geleisteten Erbschaftssteuer . Würde zusätzlich zur Erbschaftssteuer (vgl. E. 3) der gesamte Wert des Erbes vom handelsrechtlichen Gewinn in Abzug gebracht, wäre der Vorgang nicht mehr erfolgsneutral, weil der Betrag der Erbschaftssteuer im Ergebnis doppelt korrigiert würde (E. 4). Regeste Art. 59 al. 1 let. a et art. 60 let. c LIFD. Déductibilité des impôts successoraux cantonaux en tant que charges justifiées par l'usage commercial dans le cadre de l'impôt sur le bénéfice. En vertu de l'art. 59 al. 1 let. a LIFD, tous les impôts nationaux constituent en principe des charges justifiées par l'usage commercial, sauf si la loi en exclut la déductibilité ou s'il existe des motifs impératifs qui justifient une interprétation de l'art. 59 al. 1 let. a LIFD contraire à son sens littéral. Une telle exception ne se retrouve pas dans l'art. 60 LIFD pour les éléments fiscaux sans influence sur le résultat (y compris la succession) mentionnés à cet article. Les impôts successoraux sont donc déductibles (consid. 3). D'après l'art. 60 let. c LIFD, ne constituent pas un bénéfice imposable les augmentations de fortune provenant d'une succession, ce par quoi il faut entendre l'augmentation nette de la fortune résultant de la succession, c'est-à-dire la valeur du patrimoine hérité déduction faite des impôts successoraux versés . Si, en plus des impôts successoraux (cf. consid. 3), la valeur totale de la succession était portée en déduction du bénéfice commercial, l'élément ne serait plus sans influence sur le résultat, car le montant des impôts successoraux serait au final compté à double (consid. 4). Regesto Art. 59 cpv. 1 lett. a ed art. 60 lett. c LIFD. Deducibilità delle imposte di successione cantonali quali oneri giustificati dall'uso commerciale nel quadro dell'imposta sull'utile. In via di principio, giusta l'art. 59 cpv. 1 lett. a LIFD tutte le imposte nazionali costituiscono degli oneri giustificati dall'uso commerciale, a meno che la legge ne escluda la deducibilità o esistano motivi imperativi che legittimano un'interpretazione della norma citata contraria al suo tenore letterale. Una simile eccezione non sussiste per le operazioni senza influenza sul risultato (compresa la successione) menzionate nell'art. 60 LIFD. Le imposte di successione sono pertanto deducibili (consid. 3). Per l'art. 60 lett. c LIFD, non costituiscono utile imponibile gli aumenti di capitale derivanti da eredità, intesi quale aumento netto del capitale risultante dalla successione, cioè come valore del patrimonio ereditato dedotta l'imposta di successione versata . Se, oltre all'imposta di successione (cfr. consid. 3), venisse posto in deduzione dall'utile commerciale il valore totale della successione, l'operazione non avrebbe più carattere neutrale, siccome il montante relativo all'imposta di successione sarebbe in definitiva oggetto di una doppia correzione (consid. 4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

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