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Justizze. Art. 84 BGG

Bundesgericht

Internationale Rechtshilfe: Kein besonders bedeutender Fall, Nichteintreten im vereinfachten Verfahren (Art. 84, 109 Abs. 1 BGG)

BGE / ATF / DTF
BGE 133 IV 125 · ATF 133 IV 125 · DTF 133 IV 125
Datum
30.05.2007
Geschäftsnummer
BGE 133 IV 125
Abteilung
CH_BGE_006
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 43 BGG Art. 84 BGG Art. 107 BGG Art. 109 BGG

Zusammenfassung

Die argentinischen Behörden führten ein Strafverfahren wegen versuchten Betruges gegen unbekannte Täterschaft und ersuchten am 1. September 2006 die Schweiz um Rechtshilfe. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ordnete mit Schlussverfügung vom 17. Januar 2007 die Herausgabe verschiedener Bankunterlagen an Argentinien an. X. und Y. erhoben Beschwerde gegen diese Verfügung, welche das Bundesstrafgericht mit Entscheid vom 8. Mai 2007 abwies. Dagegen gelangten X. und Y. mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 21. Mai 2007 an das Bundesgericht und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Verweigerung der Rechtshilfe. Zudem stellten sie den Antrag, ihnen eine Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung einzuräumen.

Das Bundesgericht trat auf die Beschwerde nicht ein, da kein besonders bedeutender Rechtshilfefall im Sinne von Art. 84 BGG vorlag. Zwar betraf der Fall die Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich, was grundsätzlich eine Beschwerde ermöglichte. Der angefochtene Entscheid stützte sich jedoch auf die bestehende bundesgerichtliche Rechtsprechung, ohne dass Gründe für eine Abweichung bestanden. Auch fehlten hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden waren oder das ausländische Verfahren schwere Mängel aufwies. Da die Beschwerde unzulässig war, erübrigte sich die Prüfung des Antrags auf Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung gemäss Art. 43 lit. a BGG.

Die Entscheidung erfolgte im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 1 i.V.m. Art. 107 Abs. 3 BGG in Dreierbesetzung und mit summarischer Begründung. Art. 109 Abs. 1 BGG stellt dabei gegenüber Art. 20 und Art. 108 BGG eine lex specialis für Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfesachen dar. Bei Nichteintreten wegen Fehlens eines besonders bedeutenden Falles findet dieses spezielle Verfahren Anwendung, während allgemeine Unzulässigkeitsgründe wie Fristversäumnis oder ungenügende Begründung weiterhin nach Art. 108 Abs. 1 BGG im Einzelrichterverfahren geprüft würden.

Angesichts des Verfahrensausgangs trugen die Beschwerdeführer die Kosten gemäss Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG.

Regeste

Art. 20, 43 lit. a, 84, 107 Abs. 3, 108 Abs. 1, 109 Abs. 1 und 3 BGG. Internationale Rechtshilfe in Strafsachen; Prüfung des Vorliegens eines "besonders bedeutenden Falles". Soweit Art. 109 Abs. 1 BGG das Erfordernis des besonders bedeutenden Falles (im Sinne von Art. 84 BGG) betrifft, handelt es sich (im Verhältnis zu Art. 20 und 108 BGG) um eine "lex specialis" für Beschwerdeverfahren der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen. Prozessuale Besonderheiten des vereinfachten Verfahrens nach Art. 109 i.V.m. Art. 107 Abs. 3 BGG (bei Nichteintreten auf die Beschwerde). Verfahrensvorschriften für den Fall des Eintretens. Abgrenzung von der Prüfung der allgemeinen Zulässigkeitsgründe gemäss Art. 108 Abs. 1 BGG (E. 1.1 und 1.2). Vorliegen eines besonders bedeutenden Rechtshilfefalles verneint. Nichteintreten im vereinfachten Verfahren in Dreierbesetzung und mit summarischer Begründung (E. 1.3 und 1.4). Verfahrensausgang. Keine Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung (Art. 43 lit. a BGG; E. 2). Regeste Art. 20, 43 let. a, 84, 107 al. 3, 108 al. 1, 109 al. 1 et 3 LTF; entraide judiciaire internationale en matière pénale; examen de l'existence d'un "cas particulièrement important". En tant qu'il se rapporte à l'exigence d'un cas particulièrement important (au sens de l'art. 84 LTF), l'art. 109 al. 1 LTF constitue, dans le domaine de l'entraide judiciaire internationale en matière pénale, une "lex specialis" par rapport aux art. 20 et 108 LTF. Particularité de la procédure simplifiée selon l'art. 109 LTF en relation avec l'art. 107 al. 3 LTF (en cas de refus d'entrer en matière). Règles de procédure en cas d'entrée en matière. Distinction entre cet examen et celui des conditions générales de recevabilité selon l'art. 108 al. 1 LTF (consid. 1.1 et 1.2). Absence d'un cas d'entraide particulièrement important. Refus d'entrer en matière selon la procédure simplifiée à trois juges et avec une motivation sommaire (consid. 1.3 et 1.4). Issue de la procédure. Pas de fixation d'un délai pour compléter le recours (art. 43 let. a LTF; consid. 2). Regesto Art. 20, 43 lett. a, 84, 107 cpv. 3, 108 cpv. 1, 109 cpv. 1 e 3 LTF. Assistenza internazionale in materia penale; esame della presenza di un "caso particolarmente importante". Nella misura in cui si riferisce all'esigenza di un caso particolarmente importante (nel senso dell'art. 84 LTF), l'art. 109 cpv. 1 LTF costituisce, nell'ambito dell'assistenza internazionale in materia penale, una "lex specialis" rispetto agli art. 20 e 108 LTF. Peculiarità della procedura semplificata secondo l'art. 109 in relazione con l'art. 107 cpv. 3 LTF (in caso di non entrata nel merito sul ricorso). Norme di procedura per il caso di entrata nel merito. Distinzione tra questo esame e quello dei motivi generali d'ammissibilità secondo l'art. 108 cpv. 1 LTF (consid. 1.1 e 1.2). Negata la presenza di un caso particolarmente importante. Non entrata nel merito secondo la procedura semplificata nella composizione di tre giudici e con motivazione sommaria (consid. 1.3 e 1.4). Esito della procedura. Nessuna fissazione di un termine per completare il ricorso (art. 43 lett. a LTF; consid. 2).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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