Justizze.

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Justizze. Art. 49 ATSG

Bundesgericht

Ablehnung AHV-Anschluss als Selbstständiger: Rechtsgestaltende Verfügung erforderlich, Sache zurückgewiesen (Art. 49 ATSG, Art. 5 VwVG)

BGE / ATF / DTF
BGE 132 V 257 · ATF 132 V 257 · DTF 132 V 257
Datum
03.05.2006
Geschäftsnummer
BGE 132 V 257
Abteilung
CH_BGE_007
Ausgang
Rückweisung

Tragende Normen

Art. 64 AHVG Art. 117 AHVV Art. 49 ATSG Art. 52 ATSG Art. 56 ATSG Art. 5 PA Art. 5 VwVG

Zusammenfassung

Ein 1968 geborener Versicherungsnehmer beantragte bei der kantonalen Ausgleichskasse Zürich die Registrierung als selbstständiger Unternehmensberater ab dem 1. Januar 2004. Die Ausgleichskasse qualifizierte seine Tätigkeit für die X. AG als unselbstständig und lehnte den Antrag auf Anerkennung der Selbstständigkeit sowie den Eintrag ins Register ab. Das Sozialversicherungsgericht hob den Einspracheentscheid ersatzlos auf, da es kein schützenswertes Interesse an einer Feststellungsverfügung bejahte und eine Klärung über paritätische Beiträge für zumutbar hielt. Die Ausgleichskasse erhob daraufhin Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen kantonalen Gerichtsentscheid.

Das Bundesgericht hiess die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut und wies die Sache zur neuen Beurteilung an das kantonale Gericht zurück. Es änderte seine bisherige Rechtsprechung und stellte fest, dass der Entscheid über die Ablehnung eines Gesuchs um Anschluss als Selbstständigerwerbender und Eintrag im Register rechtsgestaltender Natur im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. a oder c VwVG ist und nicht bloss eine reine Feststellungsverfügung darstellt. Da die versicherte Person damit in ein Rechtsverhältnis zur Ausgleichskasse treten will, muss diese bei Ablehnung zwingend eine einsprachefähige Verfügung und allenfalls einen beschwerdefähigen Einspracheentscheid erlassen, gestützt auf Art. 49 Abs. 1, Art. 52 Abs. 2 und Art. 56 Abs. ATSG. Diese Verfügungen sind grundsätzlich auch den abrechnungs- und beitragszahlungspflichtigen Arbeitgebern zu eröffnen, soweit diese bekannt sind.

Die Vorinstanz verletzte Bundesrecht, indem sie den Einspracheentscheid ersatzlos aufhob, ohne das Beitragsstatut materiell zu prüfen oder die Sache an die Ausgleichskasse zurückzuweisen, damit diese den Verwaltungsakt auch der betroffenen Firma eröffne. Ein schützenswertes Interesse an einer Feststellungsverfügung nach Art. 49 Abs. 2 ATSG musste vorliegend nicht glaubhaft gemacht werden, da der Anspruch auf eine rechtsgestaltende Verfügung direkt aus der Ablehnung des Anschlussgesuchs folgt. Von der Auferlegung von Gerichtskosten wurde abgesehen, da beide Parteien in gleicher Weise obsiegten.

Regeste

Art. 49 Abs. 1 und 2 ATSG; Art. 5 Abs. 1 lit. a, b und c , Art. 25 Abs. 2 VwVG; Art. 5 Abs. 2, Art. 9 Abs. 1 AHVG: Kassenzugehörigkeit; Anschluss an eine Ausgleichskasse als Selbstständigerwerbender. Der Entscheid über die Ablehnung des Gesuchs einer versicherten Person um Anschluss als Selbstständigerwerbender und Eintrag im Register ist rechtsgestaltender Natur. Die zuständige Ausgleichskasse hat somit eine einsprachefähige Verfügung und allenfalls einen beschwerdefähigen Einspracheentscheid zu erlassen. Diese sind, soweit bekannt, grundsätzlich auch dem oder den allenfalls abrechnungs- und beitragszahlungspflichtigen Arbeitgebern zu eröffnen (Änderung der Rechtsprechung). (Erw. 2.4 und 2.5) Regeste Art. 49 al. 1 et 2 LPGA; art. 5 al. 1 let. a, b et c, art. 25 al. 2 PA; art. 5 al. 2, art. 9 al. 1 LAVS: Appartenance à une caisse; affiliation à une caisse comme travailleur indépendant. Une décision de refus d'une demande d'affiliation comme travailleur indépendant et d'inscription au registre d'une personne assurée est de nature formatrice. La caisse compétente doit par conséquent rendre une décision susceptible d'être attaquée par la voie de l'opposition et au besoin une décision sur opposition sujette à recours. Ces décisions doivent en principe également être notifiées à l'employeur ou éventuellement à celui qui est tenu de faire le décompte et de s'acquitter du paiement des cotisations, dans la mesure où ils sont connus (changement de jurisprudence). (consid. 2.4 et 2.5) Regesto Art. 49 cpv. 1 e 2 LPGA; art. 5 cpv. 1 lett. a, b e c, art. 25 cpv. 2 PA; art. 5 cpv. 2, art. 9 cpv. 1 LAVS: Appartenenza a una cassa; affiliazione a una cassa in qualità di lavoratore indipendente. Una decisione di rifiuto di affiliazione di una persona assicurata a titolo di lavoratrice indipendente e d'iscrizione al registro è di natura formatrice. La competente cassa di compensazione deve pertanto rendere una decisione e, se del caso, una decisione su opposizione suscettibile di essere impugnata per via di opposizione, rispettivamente per via di ricorso. Tali decisioni devono di principio ugualmente essere notificate, nella misura in cui sono noti, anche al datore di lavoro o eventualmente a chi è tenuto a occuparsi della contabilità o del pagamento dei contributi (cambiamento di giurisprudenza). (consid. 2.4 e 2.5)

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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