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Justizze. Art. 17 ANAG

Bundesgericht

Ehefrau und Kind eines ausgewiesenen Ausländers ohne Anspruch auf Niederlassungsbewilligung, Beschwerde unzulässig (Art. 17 Abs. 2 ANAG)

BGE / ATF / DTF
BGE 126 II 269 · ATF 126 II 269 · DTF 126 II 269
Datum
10.08.2000
Geschäftsnummer
BGE 126 II 269
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 17 ANAG Art. 100 OG

Zusammenfassung

Eine aserbaidschanische Staatsangehörige und ihre in der Schweiz geborene Tochter beantragen beim Bundesgericht die Aufhebung eines Urteils des Verwaltungsgerichts Graubünden sowie die Gewährung einer Aufenthaltsberechtigung. Die Mutter hatte im April 1994 geheiratet und eine Aufenthaltsbewilligung erhalten, während gegen den jugoslawischen Ehemann seit Januar 1996 ein Ausweisungsverfahren hängig war. Nach der rechtskräftigen Ausweisung des Vaters im Februar 1998 lehnten die kantonalen Behörden die Verlängerung der Bewilligung für die Mutter und die Erteilung einer solchen für die Tochter ab und ordneten die Wegweisung an. Das Verwaltungsgericht wies die Rekurse ab, woraufhin die Betroffenen Verwaltungsgerichts- und staatsrechtliche Beschwerden erhoben.

Das Bundesgericht tritt auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein, da den Beschwerdeführerinnen kein Rechtsanspruch auf Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung zusteht. Gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG hat die Ehefrau keinen Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung, weil sie nicht fünf Jahre in ehelicher Gemeinschaft mit dem niedergelassenen Ehemann zusammenwohnte und dessen Bewilligung infolge der Ausweisung vor Fristablauf erlosch. Hinsichtlich der Tochter ist festzustellen, dass zum Zeitpunkt ihrer Geburt im Januar 1997 bereits ein Ausweisungsverfahren gegen den Vater hängig war. Da konkrete Anhaltspunkte für einen möglichen Erlöschen der väterlichen Niederlassungsbewilligung bestanden, fehlten der Behörde massgebliche Entscheidungsgrundlagen für ein förmliches Bewilligungsverfahren nach Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG. Die Behörde war daher berechtigt, das Verfahren auszusetzen, bis Klarheit über den Status des Vaters herrschte. Nach der rechtskräftigen Ausweisung des Vaters besteht für die Tochter endgültig kein Anspruch mehr auf Einbezug in eine Niederlassungsbewilligung. Mangels eines materiellen Anspruchs ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG unzulässig; auch die angeordnete Wegweisung stellt lediglich die gesetzliche Konsequenz der fehlenden Bewilligung dar und begründet keine separate Beschwerdemöglichkeit.

Regeste

Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG, Art. 17 Abs. 2 ANAG; Anspruch auf Niederlassungsbewilligung von Ehefrau und Kind. Kein Anspruch auf Niederlassungsbewilligung für die Ehefrau gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG, die nicht fünf Jahre in ehelicher Gemeinschaft mit dem niedergelassenen Ehemann zusammen wohnte (E. 2c). Über den Anspruch des Kindes auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung des Vaters gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG ist in einem förmlichen Bewilligungsverfahren zu entscheiden; solange nicht feststeht, ob der Vater die Niederlassungsbewilligung weiterhin behält (hängiges Ausweisungsverfahren), muss die Behörde nicht über den Einbezug entscheiden, und das Kind hat endgültig keinen Bewilligungsanspruch, wenn der Vater rechtskräftig ausgewiesen worden ist (E. 2d). Regeste Art. 100 al. 1 let. b chiffre 3 OJ, art. 17 al. 2 LSEE; droit de l'épouse et de l'enfant à l'octroi d'une autorisation d'établissement. L'art. 17 al. 2 2ème phrase LSEE ne confère à l'épouse aucun droit de bénéficier d'une autorisation d'établissement si elle n'a pas vécu durant cinq ans en communauté conjugale avec son mari titulaire d'une autorisation d'établissement (consid. 2c). Le droit de l'enfant d'être inclus dans l'autorisation d'établissement du père en vertu de l'art. 17 al. 2 3ème phrase LSEE doit être décidé dans une procédure d'autorisation en bonne et due forme; aussi longtemps qu'il n'est pas certain que le père conserve son autorisation d'établissement (procédure d'expulsion pendante), les autorités ne doivent pas décider d'inclure l'enfant et celui-ci n'a finalement aucun droit à l'octroi d'une autorisation si son père est définitivement expulsé (consid. 2d). Regesto Art. 100 cpv. 1 lett. b n. 3 OG, art. 17 cpv. 2 LDDS; diritto della moglie e del figlio al rilascio di un permesso di domicilio. La moglie non ha alcun diritto al rilascio di un permesso di domicilio giusta l'art. 17 cpv. 2 seconda frase LDDS, se non ha vissuto in unione coniugale per cinque anni con il marito al beneficio di un permesso di domicilio (consid. 2c). Il diritto del figlio di essere incluso nel permesso di domicilio del padre in virtù dell' art. 17 cpv. 2 terza frase LDDS dev'essere deciso mediante una decisione formale nell'ambito di una procedura di autorizzazione; fintantoché non sia certo che il padre conservi il proprio permesso di domicilio (procedura di espulsione in corso), le autorità non devono decidere tale questione e il figlio non avrà finalmente alcun diritto al rilascio di un permesso di domicilio se il padre è definitivamente espulso (consid. 2d).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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