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Justizze. Art. 17 ANAG

Bundesgericht

Ausländischer Ehegatte eines Niedergelassenen: Kein Anspruch auf Niederlassungsbewilligung bei fehlender Bewilligung des Partners während gesamter Fünfjahresfrist (Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG)

BGE / ATF / DTF
BGE 130 II 49 · ATF 130 II 49 · DTF 130 II 49
Datum
06.01.2004
Geschäftsnummer
BGE 130 II 49
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 7 ANAG Art. 17 ANAG

Zusammenfassung

Eine australisch-österreichische Doppelbürgerin heiratete im Oktober 1997 einen ebenfalls australisch-österreichischen Doppelbürger, der seit Dezember 1997 in der Schweiz lebte. Sie reiste im Rahmen des Familiennachzugs ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Im August und September 2002 beantragte sie beim Migrationsamt des Kantons Zürich die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Das Bundesamt für Ausländerfragen verfügte daraufhin, dass sie erst per 1. Oktober 2007 aus der eidgenössischen Kontrolle entlassen werde, da ihr Ehemann erst am 2. Oktober 2002 eine Niederlassungsbewilligung erhalten hatte. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement wies ihre Beschwerde gegen diese Verfügung ab. Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie erfülle die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 2 ANAG, da sie seit mehr als fünf Jahren mit ihrem Ehemann verheiratet sei und ununterbrochen in der Schweiz gelebt habe.

Das Bundesgericht trat auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wegen Unzulässigkeit des Rechtsmittels nicht ein. Gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG erwirbt der ausländische Ehegatte eines Niedergelassenen erst dann einen Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung, wenn der bereits in der Schweiz niedergelassene Partner während der gesamten fünfjährigen Dauer des ehelichen Zusammenlebens im Besitz einer Niederlassungsbewilligung war. Da der Ehemann der Beschwerdeführerin erst am 2. Oktober 2002 die Niederlassungsbewilligung erhielt, begann die Fünfjahresfrist für den Anspruch der Ehefrau frühestens an diesem Datum zu laufen. Ein Anspruch konnte somit frühestens am 2. Oktober 2007 entstehen. Auch aus dem Freizügigkeitsabkommen liess sich kein Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung ableiten, da dessen Bestimmungen über Aufenthaltsbewilligungen die Niederlassungsbewilligung nicht umfassen und diese weiterhin nach nationalem Recht geregelt wird. Mangels eines ableitbaren Rechtsanspruchs auf die Niederlassungsbewilligung war die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Beschwerdeentscheid des EJPD unzulässig.

Regeste

Art. 17 Abs. 1, Art. 17 Abs. 2 Sätze 1 und 2 und Art. 7 Abs. 1 ANAG; Art. 3 ff. FZA, Art. 4 und 5 VEP; Entlassung aus der eidgenössischen Kontrolle. Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG; Beginn des Fristenlaufes. Freizügigkeitsabkommen; Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung? Gegen den Beschwerdeentscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes betreffend die Entlassung aus der eidgenössischen Kontrolle ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht nur zulässig, sofern sich aus dem Bundesrecht oder aus einer zwischenstaatlichen Vereinbarung ein Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung ableiten lässt (E. 2). Auslegung von Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG: Damit der ausländische Ehegatte einen Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung erwirbt, muss der niedergelassene andere Ehegatte während der ganzen fünfjährigen Dauer des ehelichen Zusammenlebens in der Schweiz im Besitze einer Niederlassungsbewilligung gewesen sein (E. 3). Die Erteilung der Niederlassungsbewilligung an ausländische Ehegatten niedergelassener Ausländer richtet sich nach wie vor nach Art. 17 Abs. 2 ANAG und bildet auch für die unter das Freizügigkeitsabkommen fallenden Personen nicht Gegenstand dieses Abkommens (E. 4). Regeste Art. 17 al. 1, art. 17 al. 2, 1re et 2e phrases et art. 7 al. 1 LSEE; art. 3 ss ALCP, art. 4 et 5 OLCP; libération du contrôle fédéral. Art. 17 al. 2, 2e phrase LSEE; point de départ du délai. Accord sur la libre circulation des personnes; droit à l'octroi d'une autorisation d'établissement? Le recours de droit administratif au Tribunal fédéral contre une décision sur recours du Département fédéral de justice et police concernant la libération du contrôle fédéral n'est ouvert qu'autant qu'un droit à une autorisation d'établissement se laisse déduire du droit fédéral ou d'une convention internationale (consid. 2). Interprétation de l'art. 17 al. 2, 2e phrase LSEE: pour que l'époux étranger acquière le droit à une autorisation d'établissement, son conjoint (étranger) doit avoir été en possession d'une autorisation d'établissement pendant toute la durée des cinq années de vie conjugale commune en Suisse (consid. 3). L'octroi d'une autorisation d'établissement aux conjoints (étrangers) d'étrangers établis en Suisse se détermine aujourd'hui comme avant d'après l'art. 17 al. 2 LSEE et ne fait pas l'objet, également pour les personnes soumises à l'Accord sur la libre circulation des personnes, de cet accord (consid. 4). Regesto Art. 17 cpv. 1, art. 17 cpv. 2 prima e seconda frase, e art. 7 cpv. 1 LDDS; art. 3 e segg. ALC, art. 4 e 5 OLCP; liberazione dal controllo federale. Art. 17 cpv. 2 seconda frase LDDS; inizio della decorrenza del termine. Accordo sulla libera circolazione delle persone; diritto al rilascio del permesso di domicilio? Il ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale contro una decisione su ricorso del Dipartimento federale di giustizia e polizia concernente la liberazione dal controllo federale è ammissibile solamente nella misura in cui dal diritto federale o da una convenzione internazionale è desumibile un diritto al rilascio del permesso di domicilio (consid. 2). Interpretazione dell'art. 17 cpv. 2 seconda frase LDDS: affinché il coniuge straniero acquisisca il diritto al permesso di domicilio, il consorte domiciliato deve essere stato al beneficio di un analogo permesso durante tutta la durata dei cinque anni di vita coniugale comune in Svizzera (consid. 3). Il rilascio del permesso di domicilio ai coniugi di stranieri domiciliati è determinato, come in precedenza, dall'art. 17 cpv. 2 LDDS e non è oggetto dell'Accordo sulla libera circolazione, nemmeno per le persone sottoposte al medesimo (consid. 4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

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