Justizze.

Die Schweizer Rechtsdatenbank mit KI.

Justizze. Art. 82 SchKG

Bundesgericht

Beschwerde gegen Ablehnung der provisorischen Rechtsöffnung für Unterhaltsvertrag aus dem Jahr 1997: Streitwert zu gering und Vertrag nicht als Rechtsöffnungstitel geeignet (Art. 82 Abs. 1 SchKG)

Datum
06.07.2016
Geschäftsnummer
5D 99/2016
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 42 BGG Art. 74 BGG Art. 75 BGG Art. 90 BGG Art. 106 BGG Art. 107 BGG Art. 113 BGG Art. 114 BGG Art. 116 BGG Art. 117 BGG Art. 29 BV Art. 30 BV Art. 42 GOG/AG Art. 82 SchKG

Zusammenfassung

Ein Gläubiger betrieb eine Forderung von Fr. 2'000.-- nebst Zinsen gegen eine Schuldnerin mittels Zahlungsbefehl und beantragte beim Gerichtspräsidium Baden die provisorische Rechtsöffnung für diese Forderung sowie für Betreibungskosten. Das Gerichtspräsidium wies das Begehren ab. Dagegen legte der Gläubiger Beschwerde beim Obergericht des Kantons Aargau ein, das nicht eintrat. Der Gläubiger gelangte daraufhin mit einer Verfassungsbeschwerde ans Bundesgericht und beantragte die Aufhebung des obergerichtlichen Entscheids sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Im Zentrum stand die Frage, ob der 1997 geschlossene Unterhaltsvertrag als Titel für die provisorische Rechtsöffnung im Sinne des Schuldbetreibungsrechts geeignet ist.

Das Bundesgericht wies die Verfassungsbeschwerde ab, soweit darauf einzutreten ist. Es stellte fest, dass der Streitwert die Grenze von Fr. 30'000.-- nicht erreicht, weshalb die Beschwerde nur zulässig ist, wenn eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vorliegt; der Beschwerdeführer hat jedoch weder eine solche Frage offensichtlich dargelegt noch sie substantiiert, sodass die Eingabe als subsidiäre Verfassungsbeschwerde zu behandeln ist. Die Rügen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV waren unbegründet, weil das Obergericht keine Vernehmlassung eingeholt hatte und daher keine Stellungnahme des Beschwerdeführers erforderlich war; zudem folgt aus dieser Verfassungsbestimmung kein Anspruch auf besondere Anhörung zur rechtlichen Würdigung eigener Tatsachen. Die Rüge einer Verletzung des Anspruchs auf ein unabhängiges Gericht nach Art. 30 Abs. 1 BV scheiterte daran, dass die Mitwirkung einer Rechtspraktikantin im erstinstanzlichen Verfahren nach kantonalem Recht (§ 42 Abs. 3 GOG/AG und Reglement der Justizleitung über die Praktikumsverhältnisse) zulässig war und keine willkürliche Anwendung vorlag. Der Unterhaltsvertrag vom 7. September 1997 genügte nicht den Anforderungen an einen Rechtsöffnungstitel nach Art. 82 Abs. 1 SchKG, weil die Höhe der Unterhaltszahlung von im Zeitpunkt der Unterzeichnung unbekannten Parametern abhing und somit kein bestimmter oder bereits bestimmbarer Betrag vorlag. Weitere Rügen waren mangels klarer und detaillierter Darlegung der verfassungsrechtlichen Verletzung unzulässig. Art. 106 Abs. 2 BGG und Art. 116 BGG wurden herangezogen, um die Unzulässigkeit der Rügen zu begründen. Art. 66 Abs. 1 BGG führte dazu, dass auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wurde. Art. 68 Abs. 1 BGG begründete den Ausschluss eines Entschädigungsanspruchs für den Beschwerdeführer. Die Entscheidung ist insbesondere für Fälle relevant, in denen ein alter Vertrag als Grundlage für die provisorische Rechtsöffnung geltend gemacht wird, und verdeutlicht die strenge Auslegung der Anforderungen an einen Rechtsöffnungstitel nach Art. 82 Abs. 1 SchKG.

Regeste

Provisorische Rechtsöffnung | Schuldbetreibungs- und Konkursrecht

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

Verwandte Entscheide