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Justizze. Art. 106 AsylG

Bundesverwaltungsgericht

Asylsuchender aus Surinam/Niederlande rügt Anhörungsmängel: Beschwerde mangels konkreter Darlegung offensichtlich unbegründet abgewiesen (Art. 106 Abs. 1 AsylG)

Datum
04.09.2026
Geschäftsnummer
D-5162/2026
Abteilung
CH_BVGE_001
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 106 AsylG

Zusammenfassung

Ein in Surinam geborener Beschwerdeführer mit niederländischer Staatsbürgerschaft und Wohnsitz in den Niederlanden reichte am 20. Mai 2026 in der Schweiz ein Asylgesuch ein. Er begründete dieses mit sexuellem Missbrauch in der Kindheit, Zwangsbehandlung in psychiatrischen Kliniken in den Niederlanden sowie Belästigungen und Haft in Indien. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) lehnte das Gesuch am 22. Juli 2026 ab und verfügte die Wegweisung. Der Beschwerdeführer erhob Beschwerde und rügte insbesondere Verfahrensfehler bei der Anhörung vom 13. Juli 2026, darunter die Verweigerung der Durchsicht des Protokolls vor Unterzeichnung, unzureichende Dolmetschleistung per Telefon sowie Pflichtverletzungen seiner damaligen Rechtsvertretung. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zurückweisung zur Neubeurteilung.

Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde ab, soweit darauf einzutreten war, da sie sich als offensichtlich unbegründet erwies und im summarischen Einzelrichterverfahren ohne Schriftenwechsel behandelt wurde (Art. 111 Bst. e und Art. 111a Abs. 1 AsylG). Die Kognition richtete sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.

Die gerügten Mängel an der Anhörung vom 13. Juli 2026 waren unerheblich. Der Beschwerdeführer hatte in seiner Stellungnahme zum Entscheidentwurf weder konkrete Fehler des Anhörungsprotokolls benannt noch die Ablehnungsgründe des SEM substantiiert angefochten. Dass ihm das Protokoll nicht persönlich ausgehändigt wurde, betraf allenfalls das Verhältnis zu seinem Rechtsvertreter, nicht aber die Vorinstanz. Auch das Fehlen der Rechtsvertretung bei der Rückübersetzung verursachte keine dargelegten rechtserheblichen Nachteile. Der Beschwerdeführer bestätigte selbst, Englisch als Anhörungssprache zu bevorzugen, und es fehlte an konkreten Angaben dazu, warum er seine Asylgründe nicht adäquat darlegen konnte.

Das SEM hatte den Sachverhalt richtig festgestellt und die Verfahrensrechte gewahrt. Eine Überprüfung von Amtes wegen entfiel, da die Akten keinen Hinweis auf eine fehlerhafte Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft oder der Zumutbarkeit der Wegweisung boten. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– wurden dem Beschwerdeführer auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG); der geleistete Kostenvorschuss wurde verrechnet.

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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