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Justizze. Art. 76 BGG

Bundesgericht

Gemeinde gegen kantonale Anordnung zur einheitlichen Betreibungssoftware: Nichteintreten mangels Legitimation und Begründung (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG)

BGE / ATF / DTF
BGE 140 III 644 · ATF 140 III 644 · DTF 140 III 644
Datum
24.10.2014
Geschäftsnummer
BGE 140 III 644
Abteilung
CH_BGE_005
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 76 BGG Art. 89 BGG Art. 106 BGG Art. 9 BV Art. 50 BV Art. 14 SchKG

Zusammenfassung

Eine Gemeinde im Kanton Aargau focht einen Beschluss der oberen kantonalen Aufsichtsbehörde an, der die Einführung einer einheitlichen EDV-Software für alle Betreibungsämter des Kantons anordnete. Die Gemeinde argumentierte, diese Massnahme verursache ihr unverhältnismässige Mehrkosten von insgesamt Fr. 43'000.- für die Jahre 2014 bis 2019 und verletze ihre Gemeindeautonomie sowie weitere verfassungsmässige Rechte. Sie beantragte die Aufhebung des Beschlusses und die Erlaubnis, weiterhin die bisherige Software einzusetzen.

Das Bundesgericht trat auf die Beschwerde nicht ein. Es stellte fest, dass die angefochtene Anordnung administrativer Natur sei und unter die administrative Aufsichtskompetenz der Kantone über die Betreibungsämter gemäss Art. 14 Abs. 1 SchKG falle. Die Gemeinde verfügte weder über die Legitimation nach Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG noch erfüllte die Beschwerdebegründung die Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG. Als Gemeinwesen war die Gemeinde nicht wie eine Privatperson betroffen; die geltend gemachten finanziellen Mehrkosten berührten keine wesentlichen Interessen im Zusammenhang mit ihren Hoheitsrechten, da weder das System des Finanzausgleichs in Frage gestellt wurde noch die Existenz der Gemeinde gefährdet war. Zudem rügte die Gemeinde die Verletzung der Gemeindeautonomie (Art. 50 Abs. 1 BV) nicht ausreichend begründet. Sie legte nicht dar, inwiefern ihr bezüglich der bestrittenen Aufgabe (Einsatz von EDV-Mitteln) Entscheidungsfreiheit zustünde, was das Wesen der Gemeindeautonomie ausmacht. Auch die Rügen wegen Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) und fehlender Rechtsmittelbelehrung wurden als ungenügend begründet verworfen. Die subsidiär erhobene Verfassungsbeschwerde half ebenfalls nicht weiter.

Regeste

Art. 14 Abs. 1 SchKG, Art. 76 Abs. 1 lit. b, Art. 89 Abs. 1 und 2 lit. c BGG; administrative Aufsicht über die Betreibungsämter. Beschwerde einer Gemeinde gegen die kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibung und Konkurssachen, welche die Einführung eines EDV-Programms für die Betreibungsämter im Kanton angeordnet hat (E. 2 und 3). Regeste Art. 14 al. 1 LP, art. 76 al. 1 let. b, art. 89 al. 1 et 2 let. c LTF; surveillance administrative des offices des poursuites. Plainte d'une commune contre l'autorité de surveillance cantonale en matière de poursuites pour dettes et faillite qui a ordonné l'introduction d'un programme de traitement informatique des données pour les offices des poursuites du canton (consid. 2 et 3). Regesto Art. 14 cpv. 1 LEF, art. 76 cpv. 1 lett. b, art. 89 cpv. 1 e 2 lett. c LTF; vigilanza amministrativa sugli uffici d'esecuzione. Ricorso di un Comune contro l'autorità cantonale di vigilanza in materia di esecuzione e fallimento che ha ordinato l'introduzione di un programma di elaborazione elettronica dei dati per gli uffici d'esecuzione del Cantone (consid. 2 e 3).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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