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Justizze. Art. 11 USG

Bundesgericht

Fahrtenmodell für Fussballstadion: Verwaltungsgericht überschreitet Rechtskontrolle, Regierungsrats-Ermessen zur Fahrtenlimite bestätigt (Art. 11 Abs. 3 USG)

BGE / ATF / DTF
BGE 131 II 81 · ATF 131 II 81 · DTF 131 II 81
Datum
03.12.2004
Geschäftsnummer
BGE 131 II 81
Ausgang
Rückweisung

Tragende Normen

Art. 114 OG Art. 33 RPG Art. 11 USG Art. 12 USG

Zusammenfassung

Die Stadion Zürich AG und die Stadt Zürich haben gegen einen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Das Verwaltungsgericht hatte die Fahrtenlimiten für ein geplantes Fussballstadion mit Einkaufs- und Kongresszentrum als ungenügend erachtet und die Sache zur Verschärfung an die Stadt zurückgewiesen. Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Aufhebung dieser zusätzlichen Beschränkungen und die Wiederherstellung der ursprünglichen Fahrtenregelung des Gestaltungsplans. Im Streit steht die Vereinbarkeit eines Fahrtenmodells mit Mehrfachnutzung von Parkplätzen mit den luftreinhalterechtlichen Vorschriften sowie die Abgrenzung der Prüfungskompetenzen zwischen verwaltungsinterner Rechtsmittelinstanz und Gericht.

Das Bundesgericht heisst die Verwaltungsgerichtsbeschwerde teilweise gut und hebt den angefochtenen Entscheid insoweit auf, als das Verwaltungsgericht die vom Regierungsrat festgelegten jährlichen Fahrtenlimiten aufgehoben und die Sache zur zusätzlichen Reduktion an die Stadt Zürich zurückgewiesen hat. Die vom Regierungsrat festgesetzten Fahrtenlimiten werden hingegen bestätigt.

Das Gericht stellt zunächst fest, dass ein Fahrtenmodell mit Fahrtenkontingentierung grundsätzlich als wirksame Emissionsbegrenzung im Sinne von Art. 11 Abs. 3 USG anerkannt werden kann und die Mehrfachnutzung von Parkplätzen ohne feste Zuordnung zu Nutzerkategorien weder nach kantonalem Planungsrecht noch nach der städtischen Parkplatzverordnung zwingend ausgeschlossen ist. Da jedoch spezifische Verkehrspotenziale (SVP) weder im Bundes- noch im kantonalen Recht festgelegt sind und auch aus der Fachliteratur keine präzisen Normwerte abgeleitet werden können, ist eine exakte Kontrollrechnung zur direkten Überprüfung der Bundesrechtskonformität nicht möglich. Den Behörden steht bei der Festlegung dieser Werte ein erheblicher Ermessensspielraum zu.

Das Verwaltungsgericht hat diesen Spielraum missachtet, indem es eigene SVP-Werte als massgeblich erklärte und daraus starre Obergrenzen ableitete. Damit hat es sein eigenes Ermessen an die Stelle jenes des Regierungsrats gesetzt, obwohl ihm als richterlicher Instanz nur eine Rechtskontrolle zusteht. Der Regierungsrat hingegen war gestützt auf Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG befugt, den Sondernutzungsplan mit voller Kognition auch auf seine Angemessenheit hin zu prüfen. Er hat unter Berücksichtigung der lufthygienischen Situation und der Einstufung der Anlage als überdurchschnittlichen Emittenten die Fahrtenlimiten ausgewogen reduziert. Rein wirtschaftliche Erwägungen oder fehlende Erfahrungen mit Fahrtenmodellen rechtfertigen keinen Verzicht auf verschärfte Emissionsbegrenzungen nach Art. 11 Abs. 3 USG. Da der Regierungsrat sein Ermessen nicht überschritten hat, bestätigt das Bundesgericht dessen Rechtsspruch und weist die Beschwerde im Übrigen ab.

Regeste

Art. 11 Abs. 3 USG; Fahrtenmodell für ein Fussballstadion mit Einkaufs- und Kongresszentrum. Vereinbarkeit von Fahrtenmodellen (Mehrfachnutzung von Parkplätzen mit Fahrtenzahlbeschränkung) mit den eidgenössischen und kantonalen Luftreinhalte-Vorschriften sowie mit der stadtzürcherischen Parkplatzverordnung (E. 4). Bemessung der Fahrtenlimiten anhand von Parkplatzzahlen und sog. spezifischen Verkehrspotenzialen durch die Vorinstanzen (E. 5). Wahl der anwendbaren spezifischen Verkehrspotenziale; da diese nicht präzis ermittelt werden können, kann auch keine Kontrollrechnung angestellt werden, die direkt Aufschluss über die Bundesrechtmässigkeit eines Fahrtenmodells geben würde (E. 6). Aufgaben der verwaltungsinternen Rechtsmittelinstanz und der nur mit Rechtskontrolle betrauten richterlichen Instanz bei der Überprüfung von Sondernutzungsplänen bzw. der in diesen enthaltenen Fahrtenmodellen (E. 6.6 und 7.2). Regeste Art. 11 al. 3 LPE; modèle de mouvements automobiles en relation avec la création d'un complexe comprenant un stade de football, un centre commercial et un centre de congrès. Compatibilité de modèles de mouvements (utilisation multiple de places de stationnement avec une limitation du nombre de déplacements) avec les prescriptions fédérales et cantonales de protection de l'air, ainsi qu'avec les dispositions de l'ordonnance municipale zurichoise sur le stationnement (consid. 4). Mesure par les autorités inférieures des limites de mouvements en se fondant sur l'effectif des places de stationnement et les "potentiels spécifiques de trafic" (consid. 5). Choix des potentiels spécifiques de trafic applicables; comme ceux-ci ne peuvent être établis de manière précise, aucun comptage de contrôle n'est partant possible, qui permettrait de vérifier directement la conformité au droit fédéral du modèle de mouvements (consid. 6). Devoirs de l'instance de recours interne à l'administration et de l'autorité de recours judiciaire dont le pouvoir de contrôle est limité au droit dans l'examen de plans d'affectation spéciaux, respectivement des modèles de mouvements inclus dans ceux-ci (consid. 6.6. et 7.2). Regesto Art. 11 cpv. 3 LPAmb; modello dei movimenti d'autoveicoli per un complesso edilizio comprendente uno stadio, un centro commerciale e uno per congressi. Conformità dei modelli dei movimenti d'autoveicoli (utilizzazione multipla di parcheggi con limitazione del numero dei movimenti) con le norme federali e cantonali contro l'inquinamento atmosferico e con l'ordinanza zurighese sui parcheggi (consid. 4). Determinazione del limite dei movimenti sulla base del numero di parcheggi e dei cosiddetti "potenziali specifici del traffico" da parte delle istanze inferiori (consid. 5). Scelta dei potenziali specifici del traffico applicabili; poiché questi non possono essere stabiliti in maniera precisa, non può essere effettuato nessun calcolo di controllo, che consentirebbe di concludere direttamente circa la conformità al diritto federale di un modello dei movimenti d'autoveicoli (consid. 6). Compiti dell'istanza di ricorso interna all'amministrazione e dell'istanza giudiziaria cui compete soltanto il controllo della legalità nell'ambito dell'esame di piani di utilizzazione speciali, rispettivamente dei modelli dei movimenti d'autoveicoli in essi contenuti (consid. 6.6 e 7.2).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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