Strassenanstösser klagt gegen Fahrverbot: Eigentumsgarantie nicht verletzt, Verwaltungsgerichtsbeschwerde unzulässig (Art. 26 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK)
- BGE / ATF / DTF
- BGE 131 I 12 · ATF 131 I 12 · DTF 131 I 12
- Datum
- 24.11.2004
- Geschäftsnummer
- BGE 131 I 12
- Abteilung
- CH_BGE_001
- Ausgang
- Nichteintreten
Tragende Normen
Zusammenfassung
Alfred R. Sulzer, Miteigentümer einer Liegenschaft in der Zürcher Altstadt mit unterirdischer Garage und Beratungsfirma, wehrt sich gegen ein Fahrverbot in der Leuengasse und Spiegelgasse. Die Zone mit Fahrverbot beschränkt die Zufahrt für Motorfahrzeuge und Fahrräder auf den Zeitraum von 05:00 bis 12:00 Uhr; ausserhalb dieser Zeiten sind Ausnahmebewilligungen erforderlich. Der Beschwerdeführer erhebt Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den ablehnenden Entscheid des Bundesrates und rügt eine Verletzung seiner Eigentumsgarantie sowie das Recht auf gerichtlichen Schutz nach der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Das Bundesgericht tritt auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein, da es sich bei der Streitigkeit nicht um eine zivilrechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK handelt und somit keine Ausnahme zur grundsätzlichen Unzulässigkeit der Beschwerde gegen einen Rechtsmittelentscheid des Bundesrates nach Art. 98 OG besteht.
Der Beschwerdeführer kann sich nicht erfolgreich auf die Eigentumsgarantie nach Art. 26 Abs. 1 BV berufen, da das umstrittene Verkehrsregime die bestimmungsgemässe Nutzung seiner Liegenschaft weder verunmöglicht noch in unzumutbarer Weise erschwert. Zwar ist die Zufahrt für Automobile und Fahrräder auf die Zeit von 05:00 bis 12:00 Uhr beschränkt, doch liegt die Liegenschaft in wenigen Minuten Gehdistanz zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Parkhäusern. Zudem hat der Regierungsrat des Kantons Zürich die Stadt Zürich verbindlich angewiesen, Ausnahmebewilligungen in dringlichen Fällen grosszügig und flexibel zu handhaben, sodass auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten eine Zufahrt für notwendige Transporte oder Personen möglich bleibt. Da kein Eingriff in den Schutzbereich der Eigentumsgarantie vorliegt, fehlt es an einem zivilrechtlichen Anspruch, dessen gerichtliche Überprüfung Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantieren würde.
Regeste
Art. 98 OG; Art. 26 BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Verkehrsbeschränkungen. Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht gegen einen Rechtsmittelentscheid des Bundesrates. Streit um Verkehrsbeschränkungen als zivilrechtliche Streitigkeit? Ausnahmsweise Zulässigkeit einer vom Verfahrensrecht nicht vorgesehenen Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht (E. 1.1 und 1.2). Der Strassenanstösser kann gegen Verkehrsregelungen, die die bestimmungsgemässe Nutzung seines Grundeigentums weder verunmöglichen noch in unzumutbarer Weise erschweren, aus Art. 26 Abs. 1 BV nichts zu seinen Gunsten ableiten; Einwände dagegen sind keine zivilrechtlichen Ansprüche im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (E. 1.3). Regeste Art. 98 OJ; art. 26 Cst.; art. 6 par. 1 CEDH. Limitations de la circulation. Recevabilité du recours de droit administratif au Tribunal fédéral contre une décision prise, sur recours, par le Conseil fédéral. La contestation relative aux restrictions de trafic porte-t-elle sur des droits de caractère civil? Admissibilité, à titre exceptionnel, d'un recours de droit administratif au Tribunal fédéral non prévu par le droit de procédure (consid. 1.1 et 1.2). Le propriétaire riverain ne peut pas invoquer l'art. 26 al. 1 Cst. pour s'opposer à des réglementations du trafic, lorsque celles-ci ne rendent pas impossible ou ne compliquent pas à l'excès l'utilisation de son bien-fonds conforme à sa destination; la contestation soulevée à ce propos ne porte pas sur des droits de caractère civil au sens de l'art. 6 par. 1 CEDH (consid. 1.3). Regesto Art. 98 OG; art. 26 Cost.; art. 6 n. 1 CEDU. Limitazioni della circolazione. Ammissibilità del ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale contro una decisione, su ricorso, del Consiglio federale. La contestazione relativa a limitazioni del traffico concerne diritti di carattere civile? Ammissibilità, in via eccezionale, di un ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale non previsto dal diritto di procedura (consid. 1.1 e 1.2). Il proprietario confinante con la strada non può invocare l'art. 26 cpv. 1 Cost. per opporsi a regolamentazioni del traffico che non rendono impossibile né pregiudicano insostenibilmente l'utilizzo del suo fondo conforme alla destinazione dello stesso; contestazioni sollevate al proposito non riguardano pretese di carattere civile ai sensi dell'art. 6 n. 1 CEDU (consid. 1.3).
Originalentscheid beim Gericht ↗
Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.
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