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Justizze. Art. 103 OG

Bundesgericht

Popularbeschwerdeführer ohne eigene Betroffenheit: Keine Legitimation zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (Art. 103 lit. a OG)

BGE / ATF / DTF
BGE 130 II 514 · ATF 130 II 514 · DTF 130 II 514
Datum
25.10.2004
Geschäftsnummer
BGE 130 II 514
Abteilung
CH_BGE_004
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 103 OG Art. 63 RTVG

Zusammenfassung

Ein Geschäftsführer und Sprecher eines Medienforums reichte gemeinsam mit zwanzig Mitunterzeichnern eine Popularbeschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen gegen einen Fernsehbeitrag über vermummte WEF-Gegner ein. Die Beschwerdeinstanz wies die Rüge ab, da ein öffentliches Informationsinteresse bestanden habe und die Sendung sich nicht als Sprachrohr der militanten Gegner missbrauchen liess. Der Beschwerdeführer erhob daraufhin Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht und machte geltend, er sei aufgrund seiner Funktion beim Medienforum und dessen satzungsmässigen Zwecks der Förderung fairer Berichterstattung beschwert.

Das Bundesgericht trat auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein, da dem Beschwerdeführer die erforderliche Legitimation fehlte. Die Beschwerdebefugnis gegen Entscheide der Unabhängigen Beschwerdeinstanz richtet sich ausschliesslich nach Art. 103 lit. a OG und ergibt sich nicht bereits aus der früheren Beteiligung als Popularbeschwerdeführer im Vorverfahren. Weder der Beschwerdeführer noch das von ihm vertretene Medienforum wurden durch den beanstandeten Beitrag in eigenen schutzwürdigen Interessen berührt, da sie nicht Gegenstand der Sendung waren und auch keine engere Beziehung zum Thema der Bedrohung durch WEF-Gegner hatten. Ihr allgemeines Interesse an ausgewogener Berichterstattung deckte sich mit jenem aller Fernsehzuschauer und begründete keine besondere Nähe zur Streitsache. Das Gericht bestätigte seine Rechtsprechung, wonach Zuschauerverbände zwar via Popularbeschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz gelangen können, aber grundsätzlich nicht zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht legitimiert sind, da der Gesetzgeber in Art. 63 Abs. 1 lit. a und b RTVG die Betroffenenbeschwerde für Vereinigungen ausgeschlossen hat und kein ideelles Verbandsbeschwerderecht vorsieht.

Regeste

Art. 103 lit. a OG; Art. 63 Abs. 1 lit. a und b RTVG; Beschwerdelegitimation im Verfahren vor der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) und vor Bundesgericht (Pressekonferenz von Vermummten zum Weltwirtschaftsforum in Davos). Die Beschwerdebefugnis gegen Entscheide der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen richtet sich nach Art. 103 lit. a OG und ergibt sich nicht bereits aus der Beteiligung als Popularbeschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfahren (E. 1-2.2). Bestätigung der Rechtsprechung, wonach Zuschauerverbände bzw. für diese handelnde Organe im Rahmen einer Popularbeschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen gelangen können, indessen grundsätzlich nicht zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht legitimiert sind (E. 2.3). Regeste Art. 103 let. a OJ; art. 63 al. 1 let. a et b LRTV; qualité pour recourir dans la procédure devant l'autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision et devant le Tribunal fédéral (conférence de presse de personnes masquées concernant le Forum économique mondial de Davos). La qualité pour recourir contre les décisions de l'autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision est régie par l'art. 103 let. a OJ et ne résulte pas du fait d'avoir participé, dans le cadre d'une plainte populaire, à la procédure devant l'autorité inférieure (consid. 1-2.2). Confirmation de la jurisprudence selon laquelle les associations de téléspectateurs ou leurs organes peuvent saisir l'autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision par la voie de la plainte populaire, mais n'ont en principe pas qualité pour former un recours de droit administratif au Tribunal fédéral (consid. 2.3). Regesto Art. 103 lett. a OG; art. 63 cpv. 1 lett. a e b LRTV; legittimazione a ricorrere nella procedura davanti all'autorità indipendente di ricorso in materia di radiotelevisione e davanti al Tribunale federale (conferenza stampa di persone camuffate riguardante il Forum economico mondiale di Davos). La legittimazione a ricorrere contro le decisioni dell'autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva è retta dall'art. 103 lett. a OG e non deriva dal solo fatto di aver partecipato in qualità di proponente di un'azione popolare alla procedura dinanzi all'istanza precedente (consid. 1-2.2). Conferma della giurisprudenza secondo cui le associazioni di telespettatori, rispettivamente i loro organi, possono adire l'autorità indipendente di ricorso in materia di radiotelevisione nel quadro di un'azione popolare, ma non sono di principio legittimate a presentare un ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale (consid. 2.3).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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