Justizze.

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Justizze. Art. 50 OG

Bundesgericht

Berufung gegen Zwischenentscheid über Ausgleichsanspruch bei Vorsorge-Barauszahlung unzulässig (Art. 50 Abs. 1 OG)

BGE / ATF / DTF
BGE 127 III 433 · ATF 127 III 433 · DTF 127 III 433
Datum
23.07.2001
Geschäftsnummer
BGE 127 III 433
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 50 OG Art. 124 ZGB

Zusammenfassung

Ein Ehemann hat während der Ehe sein Vorsorgekapital als Barauszahlung bezogen. Die Ehefrau verlangt daraufhin eine angemessene Entschädigung gemäss Scheidungsrecht. Das Obergericht hob das erstinstanzliche Urteil auf und wies die Sache zur neuen Beurteilung zurück, da der Anspruch nur im Verbund mit der güterrechtlichen Auseinandersetzung festgesetzt werden könne. Der Ehemann erhob eidgenössische Berufung gegen diesen Zwischenentscheid und beantragte die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils sowie die Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids.

Das Bundesgericht trat auf die Berufung nicht ein, da die Voraussetzungen für eine sofortige Anfechtbarkeit eines Vor- oder Zwischenentscheides nicht erfüllt waren.

Gemäss Art. 50 Abs. 1 OG kann ein solcher Entscheid nur dann angefochten werden, wenn das Bundesgericht dadurch sofort einen Endentscheid herbeiführen könnte. Im vorliegenden Fall hatte das Obergericht die Streitsache jedoch an das Bezirksgericht zurückgewiesen, damit dieses den Scheidungspunkt und die Nebenfolgen einheitlich beurteile. Da das Bundesgericht bei Gutheissung der Berufung die Sache ebenfalls nur zur neuen Entscheidung zurückweisen müsste, war es nicht befähigt, selbst einen abschliessenden Endentscheid zu fällen.

Zwar begründet eine während der Ehe erfolgte Barauszahlung des Vorsorgekapitals gemäss Art. 5 Abs. 1 FZG grundsätzlich einen Anspruch auf angemessene Entschädigung nach Art. 124 Abs. 1 ZGB wegen Unmöglichkeit der Teilung der Austrittsleistung. Bei der Festsetzung dieser Entschädigung müssen jedoch zwingend die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien gewürdigt werden. Dies erfordert die Berücksichtigung des Ergebnisses der noch ausstehenden güterrechtlichen Auseinandersetzung. Ohne diese Tatsachenfeststellungen konnte das Bundesgericht den Ausgleichsanspruch nicht unabhängig beurteilen, weshalb die Berufungsfähigkeit des Zwischenentscheides verneint wurde.

Regeste

Berufungsfähigkeit von Vor- oder Zwischenentscheiden (Art. 50 Abs. 1 OG); Entschädigungsanspruch bei Unmöglichkeit der Teilung der Austrittsleistung (Art. 124 Abs. 1 ZGB). Voraussetzungen, unter denen gemäss Art. 50 Abs. 1 OG ein Vor- oder Zwischenentscheid mit Berufung angefochten werden kann (E. 1). Während der Ehe getätigte Barauszahlungen des Vorsorgekapitals (Art. 5 Abs. 1 FZG) führen zur Unmöglichkeit der Teilung der Austrittsleistung im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZGB, mit der Folge, dass dem Ehegatten des Vorsorgenehmers eine angemessene Entschädigung zusteht. Güterrechtliche Zuordnung des ausbezahlten Vorsorgekapitals (E. 2b). Bei Festsetzung der angemessenen Entschädigung nach Art. 124 Abs. 1 ZGB sind die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien zu würdigen (E. 3). Regeste Recevabilité du recours en réforme contre des décisions préjudicielles ou incidentes (art. 50 al. 1 OJ); indemnité équitable en cas d'impossibilité du partage de la prestation de sortie (art. 124 al. 1 CC). Conditions auxquelles une décision préjudicielle ou incidente peut être attaquée en vertu de l'art. 50 al. 1 OJ par un recours en réforme immédiat au Tribunal fédéral (consid. 1). Le paiement en espèces de la prestation de sortie pendant le mariage (art. 5 al. 1 LFLP) entraîne l'impossibilité de partager la prestation de sortie au sens de l'art. 124 al. 1 CC, de sorte que le conjoint de l'assuré a droit de ce fait à une indemnité équitable. Implications du paiement en espèces de la prestation de sortie sur la liquidation du régime matrimonial (consid. 2b). L'indemnité équitable selon l'art. 124 al. 1 CC doit être fixée en considération de la globalité de la situation économique des parties (consid. 3). Regesto Ammissibilità del ricorso per riforma contro decisioni pregiudiziali o incidentali (art. 50 cpv. 1 OG); diritto ad un'indennità in caso d'impossibilità della divisione della prestazione d'uscita (art. 124 cpv. 1 CC). Presupposti per poter impugnare con un ricorso per riforma ai sensi dell'art. 50 cpv. 1 OG una decisione incidentale o pregiudiziale (consid. 1). I pagamenti in contante del capitale di previdenza (art. 5 cpv. 1 LFLP) causano l'impossibilità di dividere ai sensi dell'art. 124 cpv. 1 CC la prestazione d'uscita, con la conseguenza che il coniuge dell'assicurato ha diritto a un'adeguata indennità. Attribuzione del capitale di previdenza versato ad un regime matrimoniale (consid. 2b). Nel fissare un'indennità adeguata nel senso dell'art. 124 cpv. 1 CC dev'essere vagliata l'intera situazione economica delle parti (consid. 3).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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