Überentschädigung nach AHV-Rentenalter: Anrechnung der AHV-Altersrente bei Bezug von UVG-Rente (Art. 34a BVG, Art. 24a BVV 2)
- BGE / ATF / DTF
- BGE 148 V 58 · ATF 148 V 58 · DTF 148 V 58
- Datum
- 12.01.2022
- Geschäftsnummer
- BGE 148 V 58
- Ausgang
- Abgewiesen
Tragende Normen
Zusammenfassung
Ein seit Mai 1976 bei der B. AG angestellter und dort berufsvorsorgeversicherter Mann erhielt nach einem Fahrradunfall im Juni 2006 eine halbe IV-Rente sowie ab September 2011 eine UVG-Invalidenrente. Nach vorzeitiger Pensionierung per 1. September 2013 bezog er eine halbe BVG-Altersrente und eine gekürzte BVG-Invalidenrente. Mit Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters am 22. Juni 2018 entfielen die IV-Leistungen und die AHV-Überbrückungsrente; stattdessen erhielt er ab 1. Juli 2018 eine ganze AHV-Altersrente. Die Pensionskasse kürzte die BVG-Invalidenrente weiterhin vollständig aufgrund einer berechneten Überentschädigung. Der Versicherte klagte auf Auszahlung der ungekürzten BVG-Leistungen, da er die Anrechnung der AHV-Altersrente für unzulässig hielt. Das Sozialversicherungsgericht wies die Klage ab.
Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab und bestätigt die Kürzung der berufsvorsorgerechtlichen Invalidenrente durch die Pensionskasse. Da der Beschwerdeführer seit 1. Juli 2018 neben seiner AHV-Altersrente und den BVG-Leistungen auch eine UVG-Invalidenrente bezieht, liegt eine Konstellation vor, die eine Überentschädigungsberechnung nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters erfordert. Gemäss Art. 34a BVG und der dazu ergangenen Verordnung Art. 24a BVV 2, welche die reglementarische Bestimmung Art. 46 Ziff. 3 des Vorsorgereglements materiell widerspiegelt, sind in diesem Fall auch die AHV-Altersrentenleistungen als anrechenbare Einkünfte zu berücksichtigen. Dies dient der Vermeidung ungerechtfertigter Vorteile gegenüber Personen ohne Invalidität, die bis zum Rentenalter gearbeitet haben.
Die Berechnung der Vorinstanz und der Pensionskasse ist daher zu schützen. Es ergibt sich eine Überversicherung in der Höhe von Fr. 21'060.- über 90 % des letzten versicherten Einkommens. Die Kürzung der BVG-Invalidenrente um Fr. 18'000.- ist rechtens. Eine darüber hinausgehende Kürzung der halben BVG-Altersrente entfällt jedoch, da Art. 24a Abs. 2 BVV 2 bzw. Art. 46 Ziff. 3 Satz 2 des Reglements vorschreibt, dass die Vorsorgeeinrichtung ihre Leistungen weiterhin in gleichem Umfang wie vor Erreichen des Rentenalters erbringen muss. Zudem wird die Untergrenze der ungekürzten Mindestleistungen nach Art. 24a Abs. 3 BVV 2 eingehalten.
Regeste
Art. 34a BVG (je in der vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2016 in Kraft gestandenen und in der ab 1. Januar 2017 geltenden Fassung); Art. 24 (in der vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2016 in Kraft gestandenen Fassung), Art. 24a BVV 2 (in Kraft seit 1. Januar 2017); Überentschädigung im Bereich der weitergehenden beruflichen Vorsorge nach Eintritt des AHV-Rentenalters. Auslegung einer reglementarischen Bestimmung betreffend die Überentschädigungsberechnung nach Eintritt des ordentlichen AHV-Rentenalters anhand von Art. 24a Abs. 1 und 2 BVV 2. Bezieht die berufsvorsorgeversicherte Person nach Erreichung des AHV-Rentenalters neben einer AHV-Altersrente auch UVG-Rentenleistungen, sind gemäss der genannten Bestimmung im Rahmen der vorzunehmenden Überentschädigungsberechnung die AHV-Rentenleistungen ebenfalls anzurechnen (E. 5 und 6.1). Regeste Art. 34a LPP (dans sa teneur en vigueur du 1 er janvier 2003 au 31 décembre 2016 et dans celle applicable dès le 1 er janvier 2017); art. 24 (dans sa teneur en vigueur du 1 er janvier 2011 au 31 décembre 2016), art. 24a OPP 2 (en vigueur depuis le 1er janvier 2017); surindemnisation dans le domaine de la prévoyance professionnelle plus étendue après l'âge de la retraite AVS. Interprétation d'une disposition réglementaire concernant le calcul de la surindemnisation après l'âge ordinaire de la retraite AVS sur la base de l'art. 24a al. 1 et 2 OPP 2. Si la personne assurée au titre de la prévoyance professionnelle perçoit, après avoir atteint l'âge de la retraite AVS, des prestations de rente en vertu de la LAA en sus d'une rente de vieillesse de l'AVS, les rentes de l'AVS doivent, selon la disposition susmentionnée, également être prises en compte dans le cadre du calcul de la surindemnisation à effectuer (consid. 5 et 6.1). Regesto Art. 34a LPP (nella versione in vigore dal 1° gennaio 2003 al 31 dicembre 2016 e in quella valida dal 1° gennaio 2017); art. 24 (nella sua versione in vigore dal 1° gennaio 2011 al 31 dicembre 2016), art. 24a OPP 2 (in vigore dal 1° gennaio 2017); sovrindennizzo nell'ambito della previdenza professionale più estesa dopo il raggiungimento dell'età di pensionamento AVS. Interpretazione di una disposizione regolamentare riferita al calcolo del sovrindennizzo dopo il raggiungimento dell'età ordinaria di pensionamento AVS sulla base dell'art. 24a cpv. 1 e 2 OPP 2. Se la persona assicurata a titolo di previdenza professionale riceve, dopo il raggiungimento dell'età di pensionamento AVS, oltre a una rendita di vecchiaia dall'AVS anche prestazioni di rendita dalla LAINF, le prestazioni dell'AVS devono parimenti, conformemente alla disposizione sopramenzionata, essere prese in considerazione nell'ambito del calcolo del sovrindennizzo (consid. 5 e 6.1).
Originalentscheid beim Gericht ↗
Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.
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