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Justizze. Art. 71 BVG

Bundesgericht

Pensionskasse legt über 90 % Vermögen bei Arbeitgeberbank an: Verstoss gegen Diversifikationsgebot, Beschwerde abgewiesen (Art. 71 Abs. 1 BVG)

BGE / ATF / DTF
BGE 132 II 144 · ATF 132 II 144 · DTF 132 II 144
Datum
04.01.2006
Geschäftsnummer
BGE 132 II 144
Abteilung
CH_BGE_004
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 3 BVG Art. 71 BVG Art. 50 BVV

Zusammenfassung

Die Pensionskasse der Amtsersparniskasse Thun legte in den Jahren 2000 und 2001 über 92 % ihres Vorsorgevermögens bei der Amtsersparniskasse Thun an, welche gleichzeitig Arbeitgeberin der Versicherten war. Das kantonale Amt für Sozialversicherung und Stiftungsaufsicht stellte fest, dass diese einseitige Vermögensanlage gegen Art. 71 BVG und Art. 50 Abs. 3 BVV 2 verstosse, da sie das Prinzip der Diversifikation missachte. Die Pensionskasse wehrte sich gegen diese Verfügung und argumentierte, die Anlagen seien durch verpfändete Hypothekarforderungen gesichert und die Bank unterliege bankengesetzlichen Bestimmungen. Nach erfolgloser Einsprache und Beschwerde an die Eidgenössische Beschwerdekommission gelangte die Pensionskasse mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht.

Das Bundesgericht wies die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Pensionskasse ab. Es hielt fest, dass die Grundsätze der Sicherheit und Risikoverteilung gemäss Art. 71 Abs. 1 BVG absolut gelten und keinerlei Abweichungen zulassen. Die Anlage von über 90 % der Mittel bei einer einzigen Schuldnerin verstösst zwingend gegen das in Art. 50 Abs. 3 BVV 2 verankerte Gebot der Diversifikation nach verschiedenen Anlagekategorien, Regionen und Wirtschaftszweigen.

Regeste

Art. 71 Abs. 1 BVG, Art. 50 Abs. 3 BVV 2; berufliche Vorsorge; Vermögensanlage. Kognition des Bundesgerichts; Befugnisse der kantonalen Aufsichtsbehörde (E. 1). Die Grundsätze der Sicherheit und Risikoverteilung für die Vermögensverwaltung gelten absolut (E. 2.2). Die Anlage von über 90 % der Mittel bei einer einzigen Schuldnerin - auch wenn diese eine Bank (und Arbeitgeberin der Versicherten) ist - verstösst gegen das Anlageprinzip der Diversifikation nach verschiedenen Anlagekategorien, Regionen und Wirtschaftszweigen (E. 2.4). Regeste Art. 71 al. 1 LPP, art. 50 al. 3 OPP 2; prévoyance professionnelle; placement de la fortune. Pouvoir d'examen du Tribunal fédéral; compétence de l'autorité cantonale de surveillance (consid. 1). Les principes de la sécurité et de la répartition des risques lors du placement de la fortune ne souffrent aucune exception (consid. 2.2). Le placement de plus de 90 % des actifs auprès d'une seule débitrice - même si celle-ci est une banque, au demeurant employeur des assurés - viole le principe de la diversification des placements selon des catégories, régions et secteurs économiques différents (consid. 2.4). Regesto Art. 71 cpv. 1 LPP, art. 50 cpv. 3 OPP 2; previdenza professionale; investimento di capitali. Cognizione del Tribunale federale; competenze dell'autorità cantonale di vigilanza (consid. 1). In materia d'investimento di capitali i principi della sicurezza e della ripartizione dei rischi hanno una valenza assoluta (consid. 2.2). L'investimento di più del 90 % dei fondi presso un'unica debitrice - anche se si tratta di una banca, peraltro datrice di lavoro degli assicurati - viola il principio della diversificazione degli investimenti in base alle differenti categorie, le regioni e i settori economici (consid. 2.4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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