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Justizze. Art. 19 EBG

Bundesgericht

Bahnbaubedingte Umlegung von Werkleitungen: Kostentragung durch Bahnunternehmung im Plangenehmigungsverfahren nach Eisenbahn- und Enteignungsrecht (Art. 19 EBG, Art. 7 EntG)

BGE / ATF / DTF
BGE 131 II 420 · ATF 131 II 420 · DTF 131 II 420
Datum
27.04.2005
Geschäftsnummer
BGE 131 II 420
Abteilung
CH_BGE_004
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 18 EBG Art. 18h EBG Art. 19 EBG Art. 31 EBG Art. 7 EntG Art. 35 EntG

Zusammenfassung

Die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) erhielten eine Konzession zum Bau und Betrieb der Glatttalbahn als Strassenbahn zwischen Zürich-Oerlikon und dem Flughafen Zürich-Kloten. Das Projekt umfasst die Umlegung zahlreicher im Strassenkörper verlegter Werk- und Versorgungsleitungen verschiedener Eigentümer, darunter Flughafen Zürich AG, Swisscom Fixnet AG, Stadt Zürich und weitere Versorger. Die Leitungseigentümer forderten im Plangenehmigungsverfahren die Übernahme der Umlegungskosten durch die Bahnunternehmung. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) trat mangels Zuständigkeit nicht auf die Kostenbegehren ein und verwies auf ein kantonales Verfahren. Die Rekurskommission INUM hob diesen Nichteintretensentscheid auf und wies die Sache zur neuen Beurteilung an das BAV zurück. Dagegen erhoben die VBG Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht.

Das Bundesgericht weist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Verkehrsbetriebe Glattal ab und bestätigt, dass die bahnbaubedingte Umlegung von Werkleitungen Bestandteil des Eisenbahnprojekts ist und im Plangenehmigungsverfahren nach eidgenössischem Eisenbahn- und Enteignungsrecht zu behandeln ist.

Die Umlegung der im Strassenkörper verlegten Leitungen bildet einen integralen Teil des Bahnprojekts, das gemäss Art. 18 ff. EBG genehmigt werden muss. Daher ist im Plangenehmigungsverfahren auch über die Tragung der Umlegungskosten zu entscheiden. Kantonale Bestimmungen wie § 37 des zürcherischen Strassengesetzes oder Art. 35 FMG regeln andere Rechtsverhältnisse und sind für die Kostentragung zwischen Bahnunternehmung und Leitungseigentümern nicht massgebend.

Gemäss Art. 7 Abs. 2 EntG und Art. 19 EBG trägt die Bahnunternehmung die Kosten für die bahnbaubedingte Neuverlegung von Werkleitungen, soweit damit nicht primär Bedürfnissen Dritter entsprochen wird. Allenfalls kommt auch Art. 31 Abs. 2 EBG zur Anwendung, der ebenfalls die Kostentragung durch den Bauherrn vorsieht. Über Art und Umfang der erforderlichen Ersatzvorkehren hat das BAV als Plangenehmigungsbehörde zu befinden. Ob nach Vornahme dieser Massnahmen noch ein entschädigungspflichtiger Schaden verbleibt, beurteilt hingegen die Eidgenössische Schätzungskommission unter Berücksichtigung allfälliger Vorteile aus den Neuanlagen gemäss Art. 26 Abs. 1 Satz 2 EntG.

Regeste

Art. 2, 18 ff. und 31 EBG, Art. 7 Abs. 2 EntG; bahnbaubedingte Umlegung von im Strassenkörper verlegten Werk- und Versorgungsleitungen, Kostentragung. Sind für den Bau einer Strassenbahn die im Strassenkörper verlegten Werkleitungen umzulegen, so bildet diese Umlegung Bestandteil des Eisenbahn-Projekts, das im eisenbahn- und enteignungsrechtlichen Verfahren gemäss Art. 18 ff. EBG zu genehmigen ist. Somit ist im Plangenehmigungsverfahren gestützt auf die eisenbahn- und enteignungsrechtlichen Vorschriften auch über die Tragung der Kosten für die Umlegung der Leitungen zu entscheiden. Daran ändern die Bestimmungen von Art. 40 EBG, Art. 35 FMG und § 37 des zürcherischen Strassengesetzes, welche andere Beziehungen als jene zwischen dem Bahnunternehmen und den Werkleitungseigentümern regeln, nichts (E. 3). Nach Art. 7 Abs. 2 EntG und Art. 19 EBG sowie allenfalls Art. 31 Abs. 2 EBG trägt die Bahnunternehmung die Kosten für die bahnbaubedingte Neuverlegung von Werkleitungen, soweit mit dieser Massnahme nicht in erster Linie Bedürfnissen Dritter entsprochen wird. Über Art und Umfang der erforderlichen Ersatzvorkehren hat die Plangenehmigungsbehörde zu befinden (E. 4). Regeste Art. 2, 18 ss et 31 LCdF, art. 7 al. 2 LEx; déplacement de conduites installées sous une route à cause de la construction d'un ouvrage ferroviaire, prise en charge des frais. Si la construction d'un tramway nécessite le déplacement de conduites installées sous la route, ce déplacement est alors un élément du projet ferroviaire qui doit être approuvé dans la procédure d'approbation des plans et d'expropriation réglée aux art. 18 ss LCdF. Il faut donc, dans la procédure d'approbation des plans, statuer sur la prise en charge des frais du déplacement des conduites, en application des prescriptions du droit des chemins de fer et du droit de l'expropriation. On ne saurait déduire une autre solution des dispositions de l'art. 40 LCdF, de l'art. 35 LTC et du § 37 de la loi cantonale zurichoise sur les routes, qui se rapportent à des relations autres que celles entre l'entreprise de chemins de fer et le propriétaire des conduites (consid. 3). Selon l'art. 7 al. 2 LEx et l'art. 19 LCdF, et le cas échéant selon l'art. 31 al. 2 LCdF, l'entreprise de chemins de fer prend à sa charge les frais du déplacement de conduites nécessité par la construction d'un ouvrage ferroviaire, pour autant que ces mesures n'aient pas dû être prises principalement eu égard aux besoins de tiers. L'autorité compétente dans la procédure d'approbation des plans doit se prononcer sur la nature et l'importance des mesures de compensation exigibles (consid. 4). Regesto Art. 2, 18 segg. e 31 Lferr, art. 7 cpv. 2 LEspr; spostamento di condotte sottostanti una strada a causa della costruzione di un impianto ferroviario, assunzione delle spese. Se per la costruzione di una tranvia devono essere spostate le condotte sottostanti una strada, il loro spostamento costituisce una parte integrante del progetto ferroviario, che dev'essere approvato nell'ambito della procedura di approvazione dei piani e di espropriazione secondo gli art. 18 segg. LEspr. Pertanto, nel quadro della procedura di approvazione dei piani, occorre decidere anche l'assunzione delle spese per lo spostamento delle condotte sulla base delle norme in materia ferroviaria ed espropriativa. A ciò nulla mutano le disposizioni dell'art. 40 Lferr, dell'art. 35 LTC e del § 37 della legge zurighese sulle strade, che disciplinano altri rapporti riguardanti l'impresa ferroviaria e il proprietario delle condotte (consid. 3). Secondo gli art. 7 cpv. 2 LEspr, 19 Lferr e, se del caso, 31 cpv. 2 Lferr è l'impresa ferroviaria che deve prendere a carico le spese per lo spostamento di condotte resosi necessario dalla costruzione di un impianto ferroviario, in quanto questa misura non soddisfi in primo luogo bisogni di terzi. Sulla natura e sulla portata dei necessari provvedimenti sostitutivi deve pronunciarsi l'autorità di approvazione dei piani (consid. 4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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