Justizze.

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Justizze. Art. 98 OG

Bundesgericht

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen Bundesratsentscheid zur Spitalliste unzulässig, kein Anspruch auf gerichtliche Beurteilung (Art. 98 OG, Art. 6 EMRK)

BGE / ATF / DTF
BGE 126 V 172 · ATF 126 V 172 · DTF 126 V 172
Datum
01.05.2000
Geschäftsnummer
BGE 126 V 172
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 6 EMRK Art. 53 KVG Art. 98 OG

Zusammenfassung

Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil, eine Privatklinik im Kanton Luzern, beantragte die Aufnahme in die Spitalliste des Kantons Zürich. Der Regierungsrat Zürich lehnte dies ab, und der Bundesrat wies die dagegen erhobene Beschwerde ab. Das Zentrum reichte daraufhin Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht ein mit dem Antrag, den Bundesratsentscheid aufzuheben und das Zentrum in die Zürcher Spitalliste aufzunehmen. Die Vorinstanzen sowie der Verband Zürcher Krankenversicherer beantragten, auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Das Eidgenössische Versicherungsgericht trat auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht ein, da diese nach geltendem innerstaatlichem Recht unzulässig ist.

Gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG steht gegen Beschlüsse der Kantonsregierung nach Art. 39 KVG lediglich die Beschwerde an den Bundesrat offen; eine spezialgesetzliche Weiterzugsmöglichkeit an eine gerichtliche Instanz ist nicht vorgesehen. Da der Bundesrat nicht zu den in Art. 98 lit. b-h OG abschliessend aufgeführten Vorinstanzen gehört, gegen deren Verfügungen eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde zulässig wäre, fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage für den Weiterzug. Auch die neu eingeführte Rechtsweggarantie nach Art. 29a BV erlaubt keine Schaffung einer Gerichtszuständigkeit durch verfassungskonforme Auslegung oder Lückenfüllung, solange die Verfahrensordnungen keinen Weiterzug vorsehen.

Zudem liegt die Nichtaufnahme eines Spitals in eine kantonale Spitalliste ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Weder das Bundesrecht noch das kantonale Recht enthalten konkrete Beurteilungsmassstäbe für die Bedarfsermittlung und Spitalplanung oder Kriterien für die Auswahl bei einem Überangebot an Spitälern. Da die Behörden über ein unbegrenztes Ermessen verfügen und keine rechtlichen Leitlinien existieren, besteht kein zivilrechtlicher Anspruch im Sinne der Konvention, dessen Verletzung gerichtlich überprüft werden könnte. Der Antrag auf aufschiebende Wirkung wurde als gegenstandslos erachtet, da das Urteil vor Ablauf der Übergangsfrist rechtskräftig wird.

Regeste

Art. 39 Abs. 1 und Art. 53 KVG; Art. 98 in Verbindung mit Art. 128 OG; Art. 6 Ziff. 1 EMRK: Verwaltungsgerichtsbeschwerde betreffend Spitalliste. Nach innerstaatlichem Recht ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen einen ablehnenden Beschwerdeentscheid des Bundesrates betreffend eine Spitalliste unzulässig; die Nichtaufnahme eines Spitals in die Spitalliste des Kantons Zürich liegt im Übrigen auch ausserhalb des Anwendungsbereiches von Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Angesichts dieser Gegebenheiten ist die Zulässigkeit einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde betreffend eine Spitalliste verneint worden. Regeste Art. 39 al. 1 et art. 53 LAMal; art. 98 en relation avec l'art. 128 OJ; art. 6 par. 1 CEDH: Recours de droit administratif en matière de liste des hôpitaux. Selon l'ordre juridique interne, le recours de droit administratif n'est pas ouvert contre une décision (sur recours) négative du Conseil fédéral en matière de liste des hôpitaux; en outre, le refus d'inclure un hôpital dans la liste des hôpitaux du canton de Zurich n'entre pas dans le champ d'application de l'art. 6 par. 1 CEDH. Dans ces conditions, la recevabilité d'un recours de droit administratif en matière de liste des hôpitaux a été niée. Regesto Art. 39 cpv. 1 e art. 53 LAMal; art. 98 in relazione con l'art. 128 OG; art. 6 n. 1 CEDU: Ricorso di diritto amministrativo in materia di elenchi degli stabilimenti ospedalieri. Per l'ordinamento giuridico interno il ricorso di diritto amministrativo avverso una pronunzia denegante l'ammissione in un elenco degli stabilimenti ospedalieri resa su ricorso dal Consiglio federale è irricevibile; inoltre, il rifiuto di ammettere un nosocomio nell'elenco degli stabilimenti ospedalieri del Canton Zurigo non rientra nell'ambito d'applicazione dell'art. 6 n. 1 CEDU. Negata in queste condizioni la ricevibilità di un ricorso di diritto amministrativo in materia di elenchi degli stabilimenti ospedalieri.

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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