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Justizze. Art. 106 BGG

Bundesgericht

Eigentümer verlangt Schadenersatz und Genugtuung wegen Baubewilligung: Keine sachbezogene Auseinandersetzung mit alternativen Vorinstanzbegründungen führt zum Nichteintreten (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG)

Datum
04.02.2025
Geschäftsnummer
2C 35/2025
Ausgang
Nichteintreten

Tragende Normen

Art. 42 BGG Art. 106 BGG Art. 108 BGG

Zusammenfassung

Ein Eigentümer erhob Klage gegen seine Einwohnergemeinde auf Schadenersatz und Genugtuung wegen einer 2003 erteilten Baubewilligung für sein Grundstück. Das Bezirksgericht wies die Klage ab, das Obergericht des Kantons Aargau bestätigte dies in Berufung mit drei alternativen Begründungen: erstens, die Widerrechtlichkeit einer rechtskräftigen Baubewilligung könne nicht mehr Gegenstand eines Haftungsprozesses sein, da kein Rechtsmittel im Baubewilligungsverfahren erhoben worden sei; zweitens, die Ansprüche seien verjährt; drittens, es fehle am Kausalzusammenhang zwischen dem Bewilligungsverfahren und dem behaupteten Schaden. Der Kläger legte beim Bundesgericht Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung des Urteils sowie die Gutheissung seiner Klage. Streitig war, ob die Beschwerde rechtsgenügend begründet ist.

Das Bundesgericht entscheidet, auf die Beschwerde nicht einzutreten, weil die Eingabe des Beschwerdeführers in keiner Hinsicht eine rechtsgenügende Begründung enthält. Die Vorinstanz hatte den Ausgang des Verfahrens mit drei selbständigen alternativen Begründungen besiegelt: erstens, die Widerrechtlichkeit der rechtskräftigen Baubewilligung könne nicht mehr zum Gegenstand eines Haftungsprozesses gemacht werden, da der Beschwerdeführer im Baubewilligungsverfahren kein Rechtsmittel ergriffen habe; zweitens, die Ansprüche seien verjährt; drittens, es fehle am adäquaten Kausalzusammenhang, weil der behauptete Schaden auf eigenmächtige Handlungen des Schwiegervaters zurückzuführen sei. Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner Eingabe nicht sachbezogen mit der Hauptbegründung auseinander, sondern begnügt sich mit pauschalen Behauptungen zur Widerrechtlichkeit und Vetternwirtschaft. Zu den Alternativbegründungen legt er keine substantiierte Rüge vor: Er weist nicht plausibel nach, dass die Vorinstanz das kantonale Verantwortlichkeitsgesetz i.V.m. Art. 60 und Art. 49 OR willkürlich angewendet oder Bundesrecht verletzt habe, indem sie die zehnjährige absolute Verjährungsfrist als eingetreten ansah; ebenso wenig zeigt er auf, dass die Vorinstanz den Sachverhalt offensichtlich falsch festgestellt oder das kantonale Recht willkürlich angewendet habe, indem sie den Kausalzusammenhang verneinte. Diese Mängel verletzen Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG, die eine sachbezogene, gezielte Auseinandersetzung mit den massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz verlangen. Da alle drei Begründungen für sich den Ausgang des Verfahrens tragen, führt die fehlende Auseinandersetzung mit jeder einzelnen dazu, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG). Zudem ist die Beschwerde offensichtlich unbegründet, sodass das Bundesgericht nach Art. 108 BGG im vereinfachten Verfahren entscheidet. Der unterliegende Beschwerdeführer trägt die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- nach Art. 66 Abs. 1 BGG; Parteientschädigungen sind nach Art. 68 Abs. 3 BGG nicht geschuldet. Die Entscheidung verdeutlicht die strenge Anforderung an die Begründungspflicht bei alternativen Vorinstanzbegründungen: Es genügt nicht, nur eine davon zu rügen – sämtliche müssen einzeln und substanziiert angegriffen werden, andernfalls erfolgt Nichteintreten.

Regeste

Forderung | Staatshaftung

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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