Justizze.

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Justizze. Art. 41c GSchV

Bundesgericht

Ausnahmebewilligung für Einfamilienhaus im Gewässerraum des Zürichsees: Rückweisung wegen ungenügender Interessenabwägung (Art. 41c GSchV)

BGE / ATF / DTF
BGE 140 II 437 · ATF 140 II 437 · DTF 140 II 437
Datum
14.08.2014
Geschäftsnummer
BGE 140 II 437
Abteilung
CH_BGE_004
Ausgang
Rückweisung

Tragende Normen

Art. 36a GSchG Art. 37 GSchG Art. 41a GSchV Art. 41b GSchV Art. 41c GSchV Art. 41d GSchV Art. 21 NHG Art. 3 RPG

Zusammenfassung

Die Eigentümer einer Parzelle am Zürichseeufer in Rüschlikon beantragten eine Ausnahmebewilligung für den Neubau eines Einfamilienhauses im übergangsrechtlichen Gewässerraum. Die Vorinstanzen verweigerten die Bewilligung mit der Begründung, das Gebiet sei nicht als 'dicht überbaut' qualifiziert, weshalb keine Ausnahme nach dem Gewässerschutzgesetz möglich sei. Die Beschwerdeführer rügten diese Auslegung sowie die fehlende Prüfung der öffentlichen Interessen und der Möglichkeit von Auflagen.

Das Bundesgericht hiess die Beschwerde gut und wies die Sache zur neuen Beurteilung an die Baudirektion und die Baukommission zurück. Es qualifizierte das Seeufergebiet entgegen den Vorinstanzen als 'dicht überbaut' im Sinne von Art. 41c Abs. 1 Satz 2 GSchV. Massgebend war, dass der Uferstreifen durch eine Mauer hart verbaut und mit Boots- und Badehäusern in dichter Folge überstellt ist, auch wenn landseitig ein Grünstreifen vorhanden ist.

Die Vorinstanzen hatten die Frage der überwiegenden öffentlichen Interessen nicht geprüft, da sie das Kriterium des dicht überbauten Gebiets verneinten. Das Bundesgericht stellte klar, dass eine umfassende Interessenabwägung erforderlich ist, insbesondere unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie des öffentlichen Zugangs zu Gewässern gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. c RPG. Dabei darf die Ausnahmebewilligung die künftige Revitalisierungsplanung nicht präjudizieren.

Weiter hielt das Gericht fest, dass die Behörde über Ermessen verfügt, die Bewilligung mit Auflagen und Bedingungen zu erteilen, um landschaftsverträgliche Überbauung und öffentliche Zugänglichkeit sicherzustellen. Die Baudirektion hatte dieses Ermessen unterschritten, indem sie sich zu Unrecht an eine alte Richtlinie gebunden fühlte und keine umfassendere Abwägung vornahm. Die Rückweisung erfolgte direkt an die Erstinstanz gemäss Art. 107 Abs. 2 Satz 2 BGG, um deren Ermessensspielraum zu wahren.

Regeste

Ausnahmebewilligung für die Erstellung einer zonenkonformen, aber nicht standortgebundenen Baute im Gewässerraum des Zürichsees (Art. 36a GSchG; Art. 41b und 41c GSchV). Die streitige Bauparzelle liegt im Hauptsiedlungsgebiet der Agglomeration am linken Zürichseeufer. Das Seeufer ist durch eine Mauer hart verbaut und mit Boots- und Badehäusern in dichter Folge überstellt. Trotz eines rund 100 m langen Grünstreifens zwischen den Seebauten und der Seestrasse ist daher von einem dicht überbauten Gebiet auszugehen (E. 5). Prüfung, ob der beantragten Ausnahmebewilligung überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen; dies setzt eine umfassende Interessenabwägung voraus (E. 6). Dem übergangsrechtlichen Gewässerraum kommt die Funktion einer Planungszone zu; die Ausnahmebewilligung darf daher die künftige Gewässerraum- und Revitalisierungsplanung nicht negativ präjudizieren (E. 6.2). Es liegt im Ermessen der zuständigen Behörde, die Bewilligung mit Auflagen und Bedingungen zu erteilen, um eine landschaftsverträgliche Überbauung, den Zugang der Öffentlichkeit und eine naturnahe Bepflanzung sicherzustellen (E. 6.3). Rückweisung zur Prüfung derartiger Nebenbestimmungen (E. 7). Regeste Autorisation exceptionnelle pour la réalisation d'une construction conforme à la zone - mais qui peut être érigée en un autre lieu - dans un espace réservé aux eaux du lac de Zurich (art. 36a LEaux; art. 41b et 41c OEaux). La parcelle constructible litigieuse se situe dans une zone de lotissement de l'agglomération, au bord de la rive gauche du lac de Zurich. La rive du lac est masquée par un mur et bordée par des hangars à bateaux et des cabanes de bain rapprochés. Malgré une longue plate-bande végétale d'environ 100 m entre les constructions au bord du lac et la rue qui longe le lac ("Seestrasse"), le périmètre doit être qualifié de densément bâti (consid. 5). Afin d'examiner si un intérêt public prépondérant s'oppose à l'autorisation exceptionnelle sollicitée, il y a lieu de procéder à une pesée des intérêts (consid. 6). L'espace réservé aux eaux prévu par le droit transitoire exerce la fonction d'une zone réservée; l'autorisation exceptionnelle ne peut dès lors pas préjuger négativement la future planification de l'espace réservé aux eaux et de la revitalisation des eaux (consid. 6.2). L'autorité compétente dispose d'un pouvoir d'appréciation pour octroyer l'autorisation avec ses charges et conditions afin de garantir une construction respectueuse du paysage, l'accès de la population et une plantation en harmonie avec la nature (consid. 6.3). Renvoi pour examen de telles dispositions accessoires (consid. 7). Regesto Autorizzazione eccezionale per la realizzazione di una costruzione conforme alla zona, ma non ad ubicazione vincolata, nello spazio riservato alle acque del lago di Zurigo (art. 36a LPAc; art. 41b e 41c OPAc). Il fondo oggetto dell'edificazione litigiosa è situato nel comparto dell'insediamento principale dell'agglomerato sulla riva sinistra del lago di Zurigo. La riva del lago è sistemata con un manufatto in muro e delimitata da edifici per imbarcazioni e per bagni in successione ravvicinata. Nonostante l'esistenza di una striscia verde lunga circa 100 m tra le costruzioni lacustri e la strada lungo il lago, il comparto deve essere considerato come intensamente edificato (consid. 5). Per esaminare se interessi pubblici preponderanti si oppongono al rilascio dell'autorizzazione eccezionale richiesta, occorre eseguire una ponderazione degli interessi (consid. 6). Lo spazio riservato alle acque del diritto transitorio assume la funzione di una zona di pianificazione; l'autorizzazione eccezionale non deve quindi pregiudicare negativamente la futura pianificazione dello spazio riservato alle acque e della rivitalizzazione (consid. 6.2). Rientra nell'apprezzamento dell'autorità rilasciare l'autorizzazione con oneri e condizioni al fine di garantire un'edificazione rispettosa del paesaggio, l'accesso del pubblico e una piantagione naturale (consid. 6.3). Rinvio per l'esame di tali disposizioni accessorie (consid. 7).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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