Justizze.

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Justizze. Art. 58 FMG

Bundesgericht

Swisscom AG: Minutenpreis für Gratisnummern-Anrufe aus Telefonkabinen verstösst gegen gesetzliche Preisobergrenze (Art. 23 Abs. 1 lit. d FDV)

BGE / ATF / DTF
BGE 127 II 8 · ATF 127 II 8 · DTF 127 II 8
Datum
08.12.2000
Geschäftsnummer
BGE 127 II 8
Abteilung
CH_BGE_004
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 27 BV Art. 36 BV Art. 92 BV Art. 94 BV Art. 23 FDV Art. 1 FMG Art. 3 FMG Art. 14 FMG Art. 16 FMG Art. 17 FMG Art. 58 FMG Art. 61 FMG Art. 66 FMG

Zusammenfassung

Die Swisscom AG führte gegen eine aufsichtsrechtliche Verfügung der Eidgenössischen Kommunikationskommission Beschwerde beim Bundesgericht. Die Kommission hatte beanstandet, dass Swisscom für Verbindungen von öffentlichen Sprechstellen zu 0800-Gratisnummern konkurrierender Anbieter einen minutengenauen Zuschlag von 24,74 Rappen verlangte, statt der gesetzlich festgelegten Pauschalobergrenze von maximal 50 Rappen pro Anruf. Swisscom machte geltend, diese Dienstleistung falle ausschliesslich unter das Interkonnektionsregime und die Preisobergrenze gelte nur gegenüber Endkunden, nicht aber gegenüber anderen Telekommunikationsanbietern. Zudem rügte sie eine Verletzung ihrer Wirtschaftsfreiheit sowie eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung bezüglich der Infrastrukturkosten.

Das Bundesgericht wies die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Swisscom AG ab. Es stellte fest, dass die gesetzliche Preisobergrenze gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. d der Fernmeldediensteverordnung (FDV) nicht nur im Verhältnis zu Endkonsumenten, sondern auch gegenüber konkurrierenden Fernmeldedienstanbietern Anwendung findet. Dies gelte insbesondere dann, wenn aus einer öffentlichen Sprechstelle eine Verbindung zu einer Gratisnummer eines Konkurrenten hergestellt wird, da der Zuschlag primär die Infrastrukturkosten der Sprechstelle decken soll.

Die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach ausschliesslich die Regeln der Interkonnektion anwendbar seien, wurde verworfen. Zwar regeln Anbieter Interkonnektionsbedingungen grundsätzlich autonom, doch bleibt die zwingende gesetzliche Preisobergrenze auch im Interkonnektionsbereich beachtlich. Ein Spielraum besteht lediglich nach unten; die Obergrenze darf nicht überschritten werden. Da ein Minutenpreis von 24,74 Rappen bereits nach kurzer Gesprächsdauer die Pauschalobergrenze von 50 Rappen übersteigt, verletzte die Praxis der Swisscom AG das Fernmeldegesetz und ihre Grundversorgungskonzession.

Hinsichtlich der gerügten Verletzung der Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV hielt das Gericht fest, dass der Eingriff jedenfalls verhältnismässig wäre. Der Bund verfügt über die Kompetenz zur Regelung des Fernmeldewesens und zur Sicherstellung einer preiswerten Grundversorgung gemäss Art. 92 BV. Die Massnahme stützte sich auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage in Art. 17 Abs. 2 FMG und Art. 23 Abs. 1 lit. d FDV und war geeignet sowie erforderlich, um das öffentliche Interesse an einer kostengünstigen Grundversorgung zu wahren. Dass Swisscom allfällige Kosten nicht vollumfänglich decken konnte, beruhte auf ihrem eigenen Verzicht auf Investitionsbeiträge bis Ende 2002.

Regeste

Art. 1 Abs. 2 lit. a, Art. 3 lit. e, Art. 11, 14, 16, 17, 19, 58, 61 Abs. 1 und Art. 66 Abs. 1 FMG, Art. 23 Abs. 1 lit. d FDV, Art. 27, 36, 92 und 94 BV; gesetzliche Preisobergrenze bei der Grundgebühr (dem Zuschlag) für die Benutzung öffentlicher Sprechstellen (Telefonkabinen). Gegen eine (rechtswirksame) Aufsichtsmassnahme der Kommunikationskommission ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig (E. 1). Die gesetzliche Preisobergrenze für die Grundgebühr gilt nicht nur im Verhältnis der Grundversorgungskonzessionärin gegenüber den Kunden, sondern auch gegenüber anderen Fernmeldedienstanbietern; sie greift auch dann, wenn aus einer öffentlichen Sprechstelle eine Verbindung mit einer Gratisnummer hergestellt wird, die ein Kunde eines konkurrierenden Fernmeldeunternehmens betreibt (E. 2 und 3). Gesetz- und Verfassungsmässigkeit der im konkreten Fall getroffenen Aufsichtsmassnahme (E. 4). Regeste Art. 1er al. 2 let. a, art. 3 let. e, art. 11, 14, 16, 17, 19, 58, 61 al. 1 et art. 66 al. 1 LTC, art. 23 al. 1 let. d OST, art. 27, 36, 92 et 94 Cst.; prix plafond légal de la taxe de base (supplément) pour l'utilisation d'une cabine publique (cabine téléphonique). Le recours de droit administratif au Tribunal fédéral est recevable à l'encontre d'une mesure de surveillance (valable) de la Commission de la communication (consid. 1). Le prix plafond légal de la taxe de base s'applique non seulement dans les rapports de la concessionnaire du service universel avec les clients mais également avec d'autres fournisseurs de services de télécommunication; il s'applique également lorsqu'est établie à partir d'une cabine publique une communication avec un numéro gratuit exploité par un client d'un fournisseur de services de télécommunication concurrent (consid. 2 et 3). Légalité et constitutionnalité de la mesure de surveillance prise dans le cas particulier (consid. 4). Regesto Art. 1 cpv. 2 lett. a, art. 3 lett. e, art. 11, 14, 16, 17, 19, 58, 61 cpv. 1 e 66 cpv. 1 LTC, art. 23 cpv. 1 lett. d OST, art. 27, 36, 92 e 94 Cost.; limite superiore legale della tariffa di base (supplemento) per l'utilizzazione di un telefono pubblico (cabina telefonica). Il ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale è dato per contestare una misura di vigilanza (giuridicamente valida) pronunciata dalla Commissione delle comunicazioni (consid. 1). Il limite superiore previsto dalla legge per la tariffa di base si applica non soltanto nei rapporti tra il concessionario del servizio universale e i clienti, ma anche nei rapporti tra il primo e gli altri fornitori di servizi di telecomunicazioni; detto limite è pure applicabile quando viene stabilita a partire da una cabina telefonica una comunicazione con un numero gratuito utilizzato dal cliente di un fornitore concorrente di servizi di telecomunicazioni (consid. 2 e 3). Legalità e costituzionalità della misura di vigilanza adottata nel caso specifico (consid. 4). Urteilskopf 127 II 8 2. Auszug aus dem Urteil der II. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 8. Dezember 2000 i.S. Swisscom AG gegen Eidgenössische Kommunikationskommission (Verwaltungsgerichtsbeschwerde) Regeste Art. 1 Abs. 2 lit. a, Art. 3 lit. e, Art. 11, 14, 16, 17, 19, 58, 61 Abs. 1 und Art. 66 Abs. 1 FMG , Art. 23 Abs. 1 lit. d FDV , Art. 27, 36, 92 und 94 BV; gesetzliche Preisobergrenze bei der Grundgebühr (dem Zuschlag) für die Benutzung öffentlicher Sprechstellen (Telefonkabinen). Gegen eine (rechtswirksame) Aufsichtsmassnahme der Kommunikationskommission ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig (E. 1). Die gesetzliche Preisobergrenze für die Grundgebühr gilt nicht nur im Verhältnis der Grundversorgungskonzessionärin gegenüber den Kunden, sondern auch gegenüber anderen Fernmeldedienstanbietern; sie greift auch dann, wenn aus einer öffentlichen Sprechstelle eine Verbindung mit einer Gratisnummer hergestellt wird, die ein Kunde eines konkurrierenden Fernmeldeunternehmens betreibt (E. 2 und 3). Gesetz- und Verfassungsmässigkeit der im konkreten Fall getroffenen Aufsichtsmassnahme (E. 4).

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.