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Justizze. Art. 18 RTVG

Bundesgericht

Nennung von ACS und TCS bei Verkehrsinformationen als zulässiges Sponsoring trotz FinöV-Abstimmung (Art. 18, 19 RTVG)

BGE / ATF / DTF
BGE 126 II 7 · ATF 126 II 7 · DTF 126 II 7
Datum
13.01.2000
Geschäftsnummer
BGE 126 II 7
Ausgang
Gutgeheissen

Tragende Normen

Art. 58 LRTV Art. 65 LRTV Art. 3 RTVG Art. 4 RTVG Art. 5 RTVG Art. 18 RTVG Art. 19 RTVG Art. 56 RTVG Art. 58 RTVG Art. 62 RTVG Art. 65 RTVG Art. 11 RTVV Art. 15 RTVV Art. 16 RTVV

Zusammenfassung

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) sowie der Touring-Club Schweiz (TCS) und der Automobil-Club der Schweiz (ACS) beschwerten sich gegen einen Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI). Die UBI hatte beanstandet, dass die wiederholte Nennung von ACS und TCS im Zusammenhang mit den Verkehrsinformationen von Radio DRS während der Abstimmungskampagne über die Finanzierung der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs (FinöV) verbotene politische Werbung darstelle. Die Beschwerdeführer machten geltend, es handle sich um zulässiges Sponsoring ohne politischen Charakter.

Das Bundesgericht hiess die Verwaltungsgerichtsbeschwerden gut und hob den angefochtenen Entscheid der UBI auf.

Das Gericht stellte fest, dass die Nennung der Automobilverbände als Sponsoring und nicht als indirekte Werbung zu qualifizieren ist. Gemäss Art. 16 Abs. 1 RTVV liegt Sponsoring vor, wenn eine Person an der Finanzierung einer Sendung beteiligt ist, um ihren Namen oder ihr Erscheinungsbild zu fördern, ohne selbst an der Programmveranstaltung beteiligt zu sein. Die Verkehrsinformationen stellen eine sponserbare Sendung im Programmbereich dar, da sie redaktionell aufgearbeitet werden und die Automobilverbände die Produktion indirekt mitfinanzieren. Ein sachlicher Zusammenhang zwischen dem Tätigkeitsbereich der Sponsoren und der gesponserten Sendung ist nach Art. 19 Abs. 2 RTVG zulässig, solange Transparenz und redaktionelle Verantwortung gewahrt bleiben.

Hinsichtlich des Verbots politischer Werbung gemäss Art. 18 Abs. 5 RTVG und der Einschränkungen beim politischen Sponsoring gemäss Art. 19 Abs. 4 und 5 RTVG hielt das Bundesgericht fest, dass die Nennung keinen verbotenen politischen Charakter hatte. Zwar fand die Ausstrahlung im Vorfeld der FinöV-Abstimmung statt, doch erfolgte die Nennung diskret und bezog sich nicht auf ein politisches Anliegen. Der Durchschnittszuhörer nahm primär die Verkehrsinformation wahr und verknüpfte die Nennung der Sponsoren nicht mit der politischen Vorlage. Zudem gehört der Hinweis auf die Beteiligung der Automobilverbände seit Jahren zur Radiolandschaft und eignet sich daher kaum noch, im Kontext einer konkreten Abstimmung eine meinungsbildende Werbewirkung zu entfalten. Die UBI hatte die Wahrnehmung durch das Publikum und das Vorwissen der Zuhörer ungenügend berücksichtigt.

Die Zuständigkeit der UBI wurde bejaht, da es um Fragen der freien Willensbildung im Programmbereich ging (Art. 58 Abs. 2, Art. 65 Abs. 1 RTVG). Die formellen Voraussetzungen der Popularbeschwerde waren erfüllt, da die Begründung gemäss Art. 62 Abs. 2 RTVG hinreichend klar war.

Regeste

Art. 56 u. 58 Abs. 2 bzw. 65 Abs. 1 sowie Art. 18 u. 19 RTVG; Art. 15 Abs. 1 lit. a u. Art. 16 RTVV; rundfunkrechtliche Zulässigkeit der Nennung von ACS und TCS im Zusammenhang mit den "Verkehrsinformationen" von Radio DRS. Zuständigkeiten der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen sowie der konzessionsrechtlichen Aufsichtsbehörden im Programm- und Werbebereich (E. 3). Allgemeine Abgrenzung von Werbung und Sponsoring (E. 4 u. 5a); die Zusammenarbeit von Radio DRS mit ACS und TCS bei den "Verkehrsinformationen" als Sponsoring (E. 5b). Entgegen der Ansicht der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen hat dieses keinen "politischen Charakter" und war deshalb auch im Vorfeld der Abstimmung über die Finanzierung der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs ("FinöV"-Vorlage) rundfunkrechtlich zulässig (E. 6). Regeste Art. 56, 58 al. 2 et 65 al. 1 LRTV, ainsi que les art. 18 et 19 LRTV; art. 15 al. 1 lettre a et 16 ORTV; admissibilité, du point de vue du droit en matière de radiodiffusion, de nommer l'ACS et le TCS avec les informations sur le trafic données à la radio DRS. Compétences de l'autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio et de télévision, ainsi que des autorités de surveillance de la concession au sujet des programmes et de la publicité (consid. 3). Distinction entre publicité et parrainage (consid. 4 et 5a); la collaboration de la radio DRS avec l'ACS et le TCS au sujet des informations sur le trafic doit être qualifée de parrainage (consid. 5b). Contrairement à l'opinion de l'autorité indépendante d'examen des plaintes, cette collaboration n'a pas un "caractère politique" et n'est donc pas, au regard de la campagne sur la votation portant sur le financement des projets d'infrastructure des transports publics, contraire au droit en matière de radiodiffusion (consid. 6). Regesto Art. 56, 58 cpv. 2 e 65 cpv. 1, come pure art. 18 e 19 LRTV; art. 15 cpv. 1 lett. a e 16 ORTV; possibilità, dal punto di vista del diritto vigente in materia di radiodiffusione, di menzionare l'ACS e il TCS nell'ambito dei bollettini sul traffico trasmessi da radio DRS. Competenza dell'autorità indipendente di ricorso in materia di radio e televisione, nonché delle autorità di sorveglianza sulla concessione, per quanto attiene ai programmi e alla pubblicità (consid. 3). Distinzione tra pubblicità e sponsorizzazione (consid. 4 e 5a); la collaborazione di radio DRS con l'ACS e il TCS per quanto concerne le informazioni sul traffico dev'essere considerata come una sponsorizzazione (consid. 5b). Contrariamente a quanto argomentato dall'autorità indipendente di ricorso, tale collaborazione non denota nessun "carattere politico" e pertanto, se riferita alla campagna relativa alla votazione sul finanziamento dei progetti delle infrastrutture per i trasporti pubblici, non risulta contraria al diritto in materia di radiodiffusione (consid. 6).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.