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Justizze. Art. 20a BVG

Bundesgericht

Pensionskasse setzt dreijährige Lebensgemeinschaft für Hinterlassenenleistung fest: Reglement widerspricht gesetzlichem Mindestkriterium von fünf Jahren (Art. 20a Abs. 1 lit. a BVG)

BGE / ATF / DTF
BGE 144 V 327 · ATF 144 V 327 · DTF 144 V 327
Datum
09.10.2018
Geschäftsnummer
9C_118/2018
Abteilung
II. sozialrechtliche Abteilung
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 20a BVG

Zusammenfassung

Eine Pensionskasse hatte in ihrem Reglement festgelegt, dass für die Auszahlung des Todesfallkapitals an eine Lebenspartnerin eine dreijährige ununterbrochene Lebensgemeinschaft genügt. Der verstorbene Versicherte hatte seine Lebenspartnerin C.________ als alleinige Begünstigte für das Todesfallkapital benannt; er war mit B.________ verheiratet. B.________ klagte beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich auf Auszahlung des Todesfallkapitals. Das Gericht gab der Klage statt. Die Pensionskasse erhob Beschwerde ans Bundesgericht mit dem Antrag, den Entscheid aufzuheben und die Klage abzuweisen oder die Sache zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Pensionskasse ab. Es stellte fest, dass Art. 20a Abs. 1 lit. a BVG zwingend vorschreibt, dass die begünstigte Person mit dem Versicherten in den letzten fünf Jahren bis zu dessen Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschaft geführt haben muss. Der Wortlaut der Norm ist eindeutig, und sowohl die Entstehungsgeschichte als auch der gesetzgeberische Zweck bestätigen, dass es sich um ein gesetzliches Mindestkriterium handelt, das nicht durch ein restriktiveres Reglement unterlaufen werden darf. Die im Vorsorgereglement der Pensionskasse festgelegte Dreijahresfrist widerspricht daher Art. 20a Abs. 1 lit. a BVG und ist unwirksam. Die Vorinstanz hatte deshalb zu Recht der reglementarischen Bestimmung die Anwendung versagt. Die Pensionskasse ist gerichtskosten- und parteientschädigungspflichtig. Die Entscheidung klärt endgültig, dass Vorsorgeeinrichtungen bei der Begünstigung von Lebenspartnern das gesetzliche Mindestkriterium der fünfjährigen Lebensgemeinschaft nicht unterschreiten dürfen.

Regeste

Art. 20a Abs. 1 lit. a, Art. 49 Abs. 2 Ziff. 3 BVG; Art. 89a Abs. 6 Ziff. 3 ZGB; Hinterlassenenleistungen der weitergehenden beruflichen Vorsorge; Todesfallkapital; Begünstigung des überlebenden Lebenspartners. Begünstigte Person einer Lebensgemeinschaft zu sein, setzt deren ununterbrochene, mindestens fünfjährige Dauer unmittelbar vor dem Tod der versicherten Person voraus (Beantwortung der im Urteil 9C_284/2015 vom 22. April 2016 E. 3, nicht publ. in: BGE 142 V 233, aber in: SVR 2016 BVG Nr. 33 S. 135, offengelassenen Frage) (E. 4.1 und 4.2). Regeste Art. 20a al. 1 let. a, art. 49 al. 2 ch. 3 LPP; art. 89a al. 6 ch. 3 CC; prestations pour survivants de la prévoyance professionnelle plus étendue; capital décès; désignation du concubin survivant. Être le bénéficiaire d'une clause en faveur du concubin survivant implique une durée ininterrompue de la communauté de vie d'au moins cinq ans immédiatement avant la mort de la personne assurée (réponse à la question laissée ouverte dans l'arrêt 9C_284/2015 du 22 avril 2016 consid. 3, non publié in ATF 142 V 233, mais in SVR 2016 BVG n° 33 p. 135) (consid. 4.1 et 4.2). Regesto Art. 20a cpv. 1 lett. a, art. 49 cpv. 2 n. 3 LPP; art. 89a cpv. 6 n. 3 CC; prestazioni per i superstiti della previdenza professionale più estesa; capitale in caso di decesso; determinazione del convivente superstite. Essere beneficiario di una clausola in favore di un convivente superstite presuppone una durata ininterrotta della comunione di vita di almeno cinque anni immediatamente prima della morte della persona assicurata (risposta alla questione lasciata aperta nella sentenza 9C_284/2015 del 22 aprile 2016 consid. 3, non pubblicata in DTF 142 V 233, ma in SVR 2016 BVG n. 33 pag. 135) (consid. 4.1 e 4.2).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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