Justizze.

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Justizze. Art. 127 BV

Bundesgericht

Interkantonale Steuerausscheidung: Monistischer Grundstückkanton muss Betriebsverlust vollumfänglich tragen (Art. 127 Abs. 2 BV)

BGE / ATF / DTF
BGE 140 I 114 · ATF 140 I 114 · DTF 140 I 114
Datum
13.03.2014
Geschäftsnummer
BGE 140 I 114
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 127 BV Art. 67 DBG Art. 12 LHID Art. 24 LHID Art. 25 LHID Art. 67 LHID Art. 12 StHG Art. 24 StHG Art. 25 StHG Art. 67 StHG

Zusammenfassung

Eine operativ tätige Aktiengesellschaft mit Sitz in Graubünden veräusserte 2007 ein Terrain in Zürich. Der Sitzkanton Graubünden folgt dem dualistischen Besteuerungssystem, während der Grundstückkanton Zürich das monistische System anwendet. Die Gesellschaft focht eine Veranlagungsverfügung für das Steuerjahr 2008 an, da sie der Ansicht war, dass der per Ende 2007 vortragbare steuerliche Verlust um den realisierten konjunkturellen Mehrwert hätte erhöht werden müssen und die Gewinnsteuer 2008 infolge Verlustverrechnung null Franken betragen sollte. Im Vordergrund stand die Frage, wie sich die unterschiedlichen kantonalen Besteuerungssysteme auf die interkantonale Steuerausscheidung und die Verlustverrechnung auswirken.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab. Es hielt fest, dass bei einem Zusammentreffen eines Kantons mit monistischem System (Zürich) und eines Kantons mit dualistischem System (Graubünden) alle Wertzuwachsgewinne in vollem Umfang in die interkantonale Steuerausscheidung einzubeziehen sind, um vergleichbare Verhältnisse herzustellen. Dies ergibt sich aus dem Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV) und dem Gebot der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Art. 127 Abs. 2 BV). Der Grundstückkanton Zürich ist verpflichtet, den Betriebsverlust der Gesellschaft definitive zu übernehmen und gegen den ihm zustehenden Grundstückgewinn anzurechnen. Da der Betriebsverlust inklusive Vorjahresverluste den handelsrechtlichen Grundstückgewinn vollumfänglich konsumierte, verblieb kein Grundstückgewinn für die alleinige Besteuerung durch den Kanton Zürich.

Der Einwand der Beschwerdeführerin, der Zürcher "Verkehrswert vor zwanzig Jahren" als Ersatzwert für die Gestehungskosten führe zu einer virtuellen Doppelbesteuerung oder Schlechterstellung, wurde verworfen. Dieser kantonale Ersatzwert tritt doppelbesteuerungsrechtlich hinter die tatsächlichen Gestehungskosten zurück, wenn dies zur Herstellung vergleichbarer Verhältnisse in der Steuerausscheidung erforderlich ist. Das Prinzip der Massgeblichkeit der Handelsbilanz (Art. 24 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 StHG) verlangt, dass der gesamte Wertzuwachsgewinn am Hauptsteuerdomizil berücksichtigt wird.

Schliesslich prüfte das Gericht die Rechtskraftwirkung der Veranlagungsverfügung für das Jahr 2007. Diese ergab aufgrund der Verlustverrechnung eine Nullveranlagung. Bei einer Nullveranlagung entfalten Bestand und Höhe des Verlustes keine Rechtskraft; nur das Dispositiv (die Steuerhöhe von null Franken) ist rechtskräftig. Daher konnte die Höhe des Verlustvortrags im streitbetroffenen Steuerjahr 2008 überprüft werden, ohne dass ein Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung der Verfügung von 2007 fehlte. Die Festsetzung des Verlustvortrags per Ende 2007 erfolgte somit korrekt unter Berücksichtigung der interkantonalen Verlustübernahme.

Regeste

Art. 127 Abs. 2 und 3 BV; Art. 12 Abs. 1 und 4, Art. 24 Abs. 1, Art. 25 Abs. 2 und Art. 67 StHG; interkantonales Unternehmen mit operativem Verlust und ausserkantonalem Grundstückgewinn, wobei der Grundstückkanton dem monistischen, der Sitzkanton dem dualistischen Besteuerungssystem folgt. Einschränkung der harmonisierungsrechtlichen Wahlfreiheit hinsichtlich des Besteuerungssystems, da doppelbesteuerungsrechtlich vergleichbare Verhältnisse herbeizuführen sind. Deshalb und aufgrund des Prinzips der Massgeblichkeit der Handelsbilanz Berücksichtigung des gesamten Wertzuwachsgewinns am Hauptsteuerdomizil. Kein verbleibender Raum für kantonale Ersatzwerte gegenüber den tatsächlichen Gestehungskosten (E. 2.1 und 3.3). Pflicht zur definitiven Übernahme des Betriebsverlusts durch den Grundstückkanton mit Grundstückgewinn (E. 2.3). Bei Nullveranlagung entfalten Bestand und Höhe des Verlustes keine Rechtskraft; insoweit kein Rechtsschutzinteresse zur Anfechtung der Verfügung (E. 2.4). Regeste Art. 127 al. 2 et 3 Cst.; art. 12 al. 1 et 4, art. 24 al. 1, art. 25 al. 2 et art. 67 LHID; entreprise intercantonle avec une perte d'exploitation et un gain immobilier hors canton, dans l'hypothèse où le canton de lieu de situation de l'immeuble connaît un système d'imposition moniste alors que le canton du siège connaît un système dualiste. Limitation de la liberté de choix du système d'imposition accordée aux cantons par la loi sur l'harmonisation fiscale afin de tenir compte de la nécessité en double imposition intercantonale d'avoir des conditions comparables. C'est pourquoi et en raison du principe de l'autorité du bilan commercial, il faut prendre en compte l'intégralité du bénéfice provenant de la plus-value au domicile fiscal principal. Il ne reste aucune place pour des valeurs de remplacement cantonales par rapport aux frais d'investissement effectifs (consid. 2.1 et 3.3). Obligation de prendre définitivement en charge la perte d'exploitation par le canton de lieu de situation de l'immeuble où est réalisé le bénéfice immobilier (consid. 2.3). En cas de taxation zéro, l'existence et le montant de la perte ne bénéficient pas de la force de chose jugée; par conséquent pas d'intérêt juridique à attaquer la décision (consid. 2.4). Regesto Art. 127 cpv. 2 e 3 Cost.; art. 12 cpv. 1 e 4, art. 24 cpv. 1, art. 25 cpv. 2 e art. 67 LAID; impresa intercantonale con una perdita d'esercizio e un utile immobiliare fuori cantone, quando il Cantone in cui si trova l'immobile applica il sistema monistico e il Cantone di sede quello dualistico. Limitazione della libertà di scelta, secondo il diritto armonizzato, del sistema d'imposizione, dato che dal profilo della doppia imposizione devono sussistere delle condizioni paragonabili. Per questo motivo e in virtù della rilevanza del bilancio commerciale, l'integralità dell'utile sull'incremento di valore dev'essere preso in considerazione al domicilio fiscale principale. Non rimane più alcun spazio per dei valori di sostituzione cantonali rispetto agli effettivi costi d'investimento (consid. 2.1 e 3.3). Obbligo di assumere definitivamente la perdita d'esercizio da parte del Cantone di situazione dell'immobile ove è stato realizzato l'utile immobiliare (consid. 2.3). Nel caso di una tassazione zero, l'esistenza e l'ammontare della perdita non acquisiscono forza di cosa giudicata; non sussiste pertanto alcun interesse giuridico ad impugnare la decisione (consid. 2.4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.