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Justizze. Art. 312 StGB

Bundesgericht

Ermächtigung zur Strafverfolgung wegen Amtsmissbrauchs bei Hausdurchsuchung verweigert: Keine hinreichenden Hinweise auf strafbares Verhalten (Art. 312 StGB)

Datum
17.08.2026
Geschäftsnummer
1C_429/2025
Abteilung
I. Öffentlich-rechtliche Abteilung
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 312 StGB

Zusammenfassung

Ein Beschwerdeführer wendet sich gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen, welcher die Ermächtigung zur Eröffnung eines Strafverfahrens gegen eine Staatsanwältin sowie vier Kantonspolizisten verweigerte. Die Behörden hatten im Rahmen eines österreichischen Rechtshilfeersuchens wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung eine Hausdurchsuchung beim Beschwerdeführer angeordnet und durchgeführt. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Durchsuchung sei unverhältnismässig gewesen und habe Straftatbestände wie Amtsmissbrauch erfüllt. Er beantragt die Aufhebung des Entscheids und die Erteilung der Ermächtigung sowie diverse Beweismassnahmen und unentgeltliche Rechtspflege.

Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab, soweit darauf eingetreten wird. Verspätete und den Streitgegenstand überschreitende Anträge betreffend Durchsuchungen und Beweise werden gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG nicht berücksichtigt, da sie bereits vor Ablauf der Beschwerdefrist hätten erhoben werden können. Neue Rügen in der Replik sind nur zulässig, wenn sie durch Vernehmlassungen veranlasst wurden; dies wurde weder dargelegt noch ist es ersichtlich.

Beweisanträge des Beschwerdeführers werden abgewiesen, da er keine aussergewöhnlichen Umstände darlegt, die eine Beweiserhebung durch das Bundesgericht gemäss Art. 55 BGG rechtfertigen würden. Die entscheidrelevanten Fragen lassen sich anhand der Akten beantworten. Inhaltlich fehlt es an einem Mindestmass an Hinweisen auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten der Beschwerdegegner. Für die Staatsanwältin liegen keine konkreten Anhaltspunkte für ein strafbares Vorgehen bei der Anordnung der Rechtshilfehandlungen vor. Bezüglich der Polizisten bestreitet der Beschwerdeführer zwar seine Aussage zur Fahrzeugnutzung, äusserte sich aber nicht zur gegenteiligen Darstellung der Polizei in ihrer Stellungnahme. Selbst wenn die Durchsuchung formell fehlerhaft wäre, stellt dies keinen Amtsmissbrauch nach Art. 312 StGB dar, sondern wäre allenfalls im Rechtsmittelweg gegen die Zwangsmassnahme zu prüfen. Eine Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs scheitert an der fehlenden qualifizierten Begründung gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG.

Dem Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird wegen Aussichtslosigkeit abgewiesen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Da die Beschwerdegegner nicht anwaltlich vertreten waren und keine besonderen Verhältnisse vorliegen, wird ihnen keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Entscheidend ist, dass die Ermächtigung zur Strafverfolgung nur bei offensichtlich unbegründeten Anzeigen verweigert werden darf, hier jedoch selbst bei geringer Wahrscheinlichkeit keine hinreichenden Indizien für ein strafbares Verhalten der Beamten erkennbar sind.

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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