Justizze.

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Justizze. Art. 84 LEI

Tribunal fédéral

15-jährige syrische Minderjährige mit vorläufiger Aufnahme seit 2015: Umwandlung in Aufenthaltsbewilligung wegen schwerwiegender Beeinträchtigung des Privatlebens und ausreichender Integration (Art. 84 al. 5 LEI)

BGE / ATF / DTF
ATF 151 I 62 · BGE 151 I 62 · DTF 151 I 62
Date
23.07.2024
Numéro de dossier
BGE 151 I 62
Issue
Admis

Normes déterminantes

Art. 34 LEI Art. 84 LEI Art. 121 B.A.C Art. 13 Cst Art. 3 CDE Art. 6 CDE Art. 3 Cst. Art. 8 CEDH Art. 3 KRK

Résumé

Eine 15-jährige syrische Staatsangehörige, die im Alter von 5 Jahren mit ihrer Familie in die Schweiz eingereist ist und seit 2015 den Status der vorläufigen Aufnahme besitzt, beantragte beim kantonalen Migrationsamt eine Aufenthaltsbewilligung. Das kantonale Migrationsamt lehnte den Antrag ab, und das kantonale Verwaltungsgericht bestätigte diese Entscheidung. Die Beschwerdeführerin rügte vor dem Bundesgericht eine Verletzung ihres Rechts auf Achtung des Privatlebens gemäss Artikel 8 EMRK sowie des Kindeswohlgrundsatzes gemäss Artikel 3 der UNO-Kinderrechtskonvention und der schweizerischen Bundesverfassung. Sie argumentierte, dass ihr prekärer Aufenthaltsstatus ihre Integration, Mobilität und berufliche Zukunft beeinträchtige.

Das Bundesgericht hob die kantonale Entscheidung auf und ordnete die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an. Es stellte fest, dass der Status der vorläufigen Aufnahme bei einer 15-jährigen Jugendlichen, die seit über zehn Jahren in der Schweiz lebt, eine schwere Beeinträchtigung ihres Privatlebens gemäss Artikel 8 Absatz 1 EMRK darstellt, weil sie sich konkret mit der Suche nach einer Lehrstelle oder einem Studentenjob auseinandersetzen muss, während ihr Status den Zugang zu diesen Möglichkeiten erschwert. Ihre ausgezeichnete Beherrschung der französischen Sprache, ihre sehr gute Integration und ihre hervorragenden schulischen Leistungen belegen einen ausreichenden Integrationsgrad gemäss Artikel 84 Absatz 5 LEI. Zudem ist ein Rückkehrzwang in die Syrien in absehbarer Zeit nicht realistisch, sodass das öffentliche Interesse am Fortbestand der vorläufigen Aufnahme entfällt. Der Vorrang des privaten Interesses der Beschwerdeführerin an einer stabilen Aufenthaltsregelung überwiegt daher das öffentliche Interesse. Die Entscheidung stützt sich auf Artikel 8 EMRK, Artikel 13 BV, Artikel 3 und 6 Absatz 2 CDE sowie Artikel 84 Absatz 5 LEI. Das Bundesgericht entschied ohne Kostenfolge.

Regeste

Art. 8 EMRK; Art. 3 KRK; Art. 13 BV; Art. 84 Abs. 5 AIG; Umwandlung des Status der vorläufigen Aufnahme in eine Aufenthaltsbewilligung. Verhältnis zwischen Art. 3 KRK und Art. 8 EMRK (E. 5.1). Beeinträchtigung des Privatlebens durch einen prekären Aufenthaltsstatus, Rechtsprechung des EGMR (E. 5.2-5.5). Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Status der vorläufigen Aufnahme (E. 5.6). Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an vorläufig aufgenommene Personen gemäss AIG (E. 5.7). Die Beschwerdeführerin, eine 15-jährige Jugendliche, die im Alter von 5 Jahren in die Schweiz gekommen ist, leidet stärker als jüngere Kinder unter den Nachteilen der vorläufigen Aufnahme. Dieser Status beeinträchtigt ihr Privatleben (E. 5.8 und 5.9). Im vorliegenden Fall bestehen keine Gründe für die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist (E. 6). Regeste Art. 8 CEDH; art. 3 CDE; art. 13 Cst.; art. 84 al. 5 LEI; transformation du statut d'admission provisoire en autorisation de séjour. Relation entre l'art. 3 CDE et l'art. 8 CEDH (consid. 5.1). Atteinte à la vie privée du fait d'un statut légal précaire, jurisprudence de la CourEDH (consid. 5.2-5.5). Jurisprudence du Tribunal fédéral relative au statut d'admis provisoire (consid. 5.6). Octroi d'une autorisation de séjour selon la LEI (consid. 5.7). La recourante, une adolescente de 15 ans arrivée en Suisse à l'âge de 5 ans, subit plus fortement les désavantages liés au statut d'admis provisoire mis en évidence par la jurisprudence que des enfants plus jeunes. Ce statut porte atteinte à sa vie privée (consid. 5.8 et 5.9). Il n'y a pas de motifs de refus d'octroi d'une autorisation de séjour dans le cas d'espèce, de sorte que le recours doit être admis (consid. 6). Regesto Art. 8 CEDU; art. 3 CDF; art. 13 Cost.; art. 84 cpv. 5 LStrI; trasformazione dello stato di ammissione provvisoria in un'autorizzazione di soggiorno. Rapporto fra l'art. 3 CDF e l'art. 8 CEDU (consid. 5.1). Ingerenza nella vita privata data da uno statuto legale precario, giurisprudenza della CorteEDU (consid. 5.2-5.5). Giurisprudenza del Tribunale federale relativa allo stato di ammissione provvisoria (consid. 5.6). Rilascio di un'autorizzazione di soggiorno sulla base della LStrI (consid. 5.7). La ricorrente, un'adolescente di 15 anni arrivata in Svizzera all'età di 5 anni, subisce maggiormente gli svantaggi legati allo stato di ammissione provvisoria evidenziati dalla giurisprudenza rispetto ai fanciulli più giovani. Questo statuto implica un'ingerenza nella sua vita privata (consid. 5.8 e 5.9). Non ci sono motivi per rifiutare il rilascio di un'autorizzazione di soggiorno nella fattispecie, sicché il ricorso deve essere accolto (consid. 6).

Décision originale auprès du tribunal ↗

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