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Justizze. Art. 21 StG

Bundesgericht

Stempelabgabe auf Überschussanteilen bei Rentenversicherung mit Rückgewähr: Keine Prämienzahlung, Beschwerde gutgeheissen (Art. 21 lit. a StG)

BGE / ATF / DTF
BGE 140 II 16 · ATF 140 II 16 · DTF 140 II 16
Datum
20.11.2013
Geschäftsnummer
BGE 140 II 16
Ausgang
Gutgeheissen

Tragende Normen

Art. 137 AVO Art. 120 OR Art. 21 StG Art. 94 VVG

Zusammenfassung

Eine Versicherungsgesellschaft wehrte sich gegen die Festsetzung von Stempelabgaben durch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Die ESTV hatte bei einer Kontrolle der Deklarationen der Jahre 2006 bis 2009 festgestellt, dass angesammelte Überschüsse aus dem Produkt "Rentenversicherung mit Rückgewähr", welche zur Erhöhung einer lebenslänglichen Leibrente verwendet wurden, als steuerbare Einmalprämie zu qualifizieren seien. Die Vorinstanz bestätigte diese Auffassung und wies die Beschwerde der Versicherung ab.

Das Bundesgericht hiess die Beschwerde der Versicherung gut und hob den vorinstanzlichen Entscheid auf. Es entschied, dass die Verwendung von Überschussanteilen zur Finanzierung einer Rentenerhöhung keine Prämienzahlung im Sinne von Art. 21 lit. a StG darstellt und somit nicht der Stempelabgabe unterliegt.

Das Gericht stützte sich primär auf die zivilrechtliche Betrachtungsweise. Gemäss Art. 137 Abs. 2 Satz 2 AVO sind Überschussanteile entsprechend den vertraglichen Regelungen auszuschütten. Im konkreten Fall begründeten die Allgemeinen Bedingungen (AVB 97) jedoch keinen Anspruch auf Auszahlung der Überschüsse, sondern führten bei positivem Geschäftsverlauf zu einer "automatischen" Rentenerhöhung. Der Versicherungsnehmer erhielt damit keine zusätzliche Versicherungsdeckung, sondern eine erhöhte Leistung für die bereits versteuerte Ursprungsprämie (unter Verweis auf Art. 94 VVG).

Auch die von der Vorinstanz angenommene Verrechnungsmöglichkeit verneinte das Gericht. Da kein Anspruch auf Auszahlung bestand, fehlte es an einer fälligen Gegenforderung im Sinne von Art. 120 Abs. 1 OR, die mit einer hypothetischen Prämienschuld hätte verrechnet werden können.

Schliesslich führte auch die wirtschaftliche Betrachtung zum selben Ergebnis: Eine Besteuerung der Überschussrente würde zu einer Doppelbelastung führen, da die zugrunde liegende Prämie bereits einmal besteuert worden war. Das Gericht bestätigte zudem die Praxis, wonach Leistungen aus Gewinnbeteiligung steuerlich das Schicksal der zugrunde liegenden Versicherungsleistung teilen.

Regeste

Art. 21 lit. a StG; Art. 36 Abs. 2 VAG; Art. 137 AVO; Gegenstand der Stempelabgabe; Verwendung von Überschussanteilen aus einer "Rentenversicherung mit Rückgewähr". Darlegung der rechtlichen Grundlagen (E. 2). Sowohl nach einer wirtschaftlichen (E. 3.4.2) wie auch einer zivilrechtlichen Betrachtungsweise (E. 3.4.3) stellt die Verwendung von Überschussanteilen aus einer "Rentenversicherung mit Rückgewähr" keine Prämienzahlung im Sinne von Art. 21 lit. a StG dar und unterliegt damit nicht der Stempelabgabe. Der Versicherungsnehmer hat hier keinen vertraglichen Anspruch auf Auszahlung der Überschussbeteiligung und er erhält mit der überschussfinanzierten Rentenerhöhung auch keine erhöhte Versicherungsdeckung (E. 3.4.3.2). Bestätigung der Praxis, wonach Leistungen aus Gewinnbeteiligung steuerlich stets das Schicksal der zu Grunde liegenden Versicherungsleistung teilen (E. 3.4.3.4). Regeste Art. 21 let. a LT; art. 36 al. 2 LSA; art. 137 OS; objet du droit de timbre; utilisation des parts excédentaires d'une "assurance de rentes avec restitution de prime". Exposé de la situation juridique (consid. 2). L'utilisation des excédents d'une "assurance de rentes avec restitution de primes" ne constitue pas un paiement de primes au sens de l'art. 21 let. a LT et n'est de la sorte pas soumise au droit de timbre, tant du point de vue économique (consid. 3.4.2) que du droit civil (consid. 3.4.3). Le preneur d'assurance n'a aucune prétention contractuelle au versement de la participation aux excédents et n'obtient, avec l'augmentation des rentes financée par l'excédent, également aucune extension de sa couverture d'assurance (consid. 3.4.3.2). Confirmation de la pratique selon laquelle, au plan fiscal, les prestations provenant de la participation aux bénéfices partagent le sort de la prestation d'assurance de base (consid. 3.4.3.4). Regesto Art. 21 lett. a LTB; art. 36 cpv. 2 LSA; art. 137 OS; oggetto della tassa di bollo; utilizzazione delle eccedenze di una "assicurazione di rendite con restituzione dei premi". Descrizione del sistema legale (consid. 2). L'utilizzazione delle eccedenze di una "assicurazione di rendite con restituzione dei premi" non costituisce, sia dal profilo economico (consid. 3.4.2) che da quello del diritto civile (consid. 3.4.3), un pagamento di premi ai sensi dell'art. 21 lett. a LTB e non soggiace pertanto alla tassa di bollo. Lo stipulante non fruisce di alcun diritto contrattuale al versamento della partecipazione alle eccedenze e non ottiene pertanto, con l'aumento delle rendite finanziato con le eccedenze, alcuna estensione della propria copertura assicurativa (consid. 3.4.3.2). Conferma della prassi secondo la quale, sul piano fiscale, le prestazioni provenienti dalla partecipazione agli utili seguono la sorte della prestazione assicurativa di base (consid. 3.4.3.4).

Originalentscheid beim Gericht ↗

Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.

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