Justizze.

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Justizze. Art. 13 CO2-Gesetz

Bundesgericht

Typengenehmigungsinhaberin wird als Importeurin im CO2-Gesetz behandelt: CO2-Sanktion wegen Überschreitung der Zielvorgabe für 440 Fahrzeuge bestätigt (Art. 13 Abs. 1 CO2-Gesetz)

BGE / ATF / DTF
BGE 150 II 390 · ATF 150 II 390 · DTF 150 II 390
Datum
22.03.2024
Geschäftsnummer
2C_58/2023
Abteilung
II. Öffentlich-rechtliche Abteilung
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 95 BGG Art. 97 BGG Art. 100 BGG Art. 105 BGG Art. 106 BGG Art. 13 CO2 Art. 10 CO2-Gesetz Art. 11 CO2-Gesetz Art. 13 CO2-Gesetz Art. 20 CO2-Verordnung Art. 22a CO2-Verordnung Art. 23 CO2-Verordnung Art. 29 CO2-Verordnung Art. 31 CO2-Verordnung

Zusammenfassung

Eine Aktiengesellschaft, die Inhaberin von Typengenehmigungen für verschiedene Fahrzeugmodelle war, wurde vom Bundesamt für Energie als Grossimporteurin registriert und erhielt ein CO2-Konto. Zwischen 2012 und 2018 betrieb sie eine CO2-Börse, über die ihr CO2-Emissionswerte anderer Importeure abgetreten wurden. Im Herbst 2017 ergab sich der Verdacht einer Datenmanipulation im Fahrzeugtypenregister zugunsten der Gesellschaft. Das Bundesamt für Energie widerrief daraufhin eine frühere Bestätigung und berechnete neu die CO2-Sanktion für das Referenzjahr 2015. Es verlangte die Entrichtung einer Sanktion in Höhe von über vier Millionen Franken. Die Gesellschaft erhob Beschwerde gegen die Verfügung und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das ihre Beschwerde abwies. Sie rügte unter anderem eine falsche Auslegung des Begriffs des Importeurs im CO2-Gesetz und beanstandete die Anrechnung von CO2-Emissionswerten aus dem Betrieb der CO2-Börse.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab und bestätigte die CO2-Sanktion. Es stellte fest, dass die Beschwerdeführerin als Inhaberin von Typengenehmigungen für diverse Fahrzeugmodelle und als Betreiberin einer CO2-Börse im Sinne des CO2-Gesetzes als Importeurin anzusehen ist. Der Begriff des Importeurs wird nicht am Grenzübertritt, sondern an der erstmaligen Verkehrszulassung eines Fahrzeugs im Inland festgemacht. Dies folgt aus systematischen, historischen und teleologischen Erwägungen zum CO2-Gesetz, insbesondere aus Art. 11 Abs. 1 Satz 2 CO2-Gesetz, der die Berechnung der individuellen Zielvorgabe auf die im jeweiligen Jahr erstmals in Verkehr gesetzten Personenwagen bezieht, sowie aus der Botschaft zur Volksinitiative "Für menschenfreundlichere Fahrzeuge" vom 20. Januar 2010, die ausdrücklich klarmacht, dass das System bei der Zulassung und nicht beim Import anknüpft. Da die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 mehr als 50 Personenwagen in Verkehr gesetzt hatte, war sie im Referenzjahr 2015 zurecht als Grossimporteurin behandelt worden (Art. 20 CO2-Verordnung). Die Vorinstanz rechnete ihr nicht nur die CO2-Emissionswerte der 145 Fahrzeuge zu, für die sie alleinige Typengenehmigungsinhaberin war, sondern auch die Werte der weiteren 295 Fahrzeuge, deren CO2-Emissionswerte ihr im Rahmen der CO2-Börse abgetreten worden waren. Der Betrieb einer CO2-Börse durch einen Grossimporteur ist nicht gesetzeswidrig, da das CO2-Gesetz den Handel mit Emissionsrechten kennt (Art. 15 ff. CO2-Gesetz) und die Gründung von Emissionsgemeinschaften zulässt (Art. 11 Abs. 3 CO2-Gesetz), was eine Übertragbarkeit von CO2-Emissionswerten impliziert. Die Beschwerdeführerin hatte die erforderlichen Bescheinigungen im Sinne von Art. 29 Abs. 1 CO2-Verordnung ausgefüllt und damit die CO2-Emissionswerte übernommen. Die Berechnung der Sanktion in Höhe von Fr. 4'230'600.-- war korrekt, da die Zielvorgabe für das Referenzjahr 2015 um 70 g CO2/km pro Fahrzeug überschritten wurde (Art. 13 Abs. 1 lit. a Ziff. 1-4 CO2-Gesetz). Die Beschwerdeführerin trägt die Gerichtskosten von Fr. 20'000.-- (Art. 66 Abs. 1 BGG); Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 1 und Abs. 3 BGG). Diese Entscheidung präzisiert die Auslegung des Begriffs des Importeurs im CO2-Gesetz und bestätigt die Zulässigkeit des Betriebs von CO2-Börsen durch Grossimporteure.

Regeste

Art. 10-13 CO 2 -Gesetz; Art. 17 Abs. 3, Art. 20 und 29 CO 2 -Verordnung; Auslegung des Begriffs des Importeurs; Zuordnung anhand des Typengenehmigungsinhabercodes; Zulässigkeit von CO 2 -Börsen; Übertragung und Zurechnung von CO 2 -Emissionswerten. Rechtliches (E. 4). Vorbringen der Beschwerdeführerin (E. 5.1). Die Auslegung von Art. 13 Abs. 1 CO 2 -Gesetz ergibt, dass jene Person als Importeurin gilt, die einen Personenwagen erstmals in der Schweiz in Verkehr setzt (E. 5.2). Bei typengenehmigten Fahrzeugen setzt im Grundsatz die Inhaberin der Typengenehmigung den Personenwagen erstmals in Verkehr (E. 5.3). Anwendung in der vorliegenden Angelegenheit (E. 5.4). Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Grossimporteurin (E. 5.5). Vorbringen der Beschwerdeführerin (E. 6.1). Ausgangslage (E. 6.2). Der Betrieb einer CO 2 -Börse durch einen Grossimporteur ist zulässig (E. 6.3). Die im Rahmen des Betriebs einer CO 2 -Börse übertragenen CO 2 -Emissionswerte sind für die Berechnung der CO 2 -Sanktion dem Grossimporteur zuzurechnen (E. 6.4). Anwendung in der vorliegenden Angelegenheit (E. 6.5). Regeste Art. 10-13 de la loi sur le CO 2 ; art. 17 al. 3, art. 20 et 29 de l'ordonnance sur le CO 2 ; interprétation de la notion d'importateur; catégorisation par le biais du code du titulaire de la réception par type; admissibilité des bourses CO 2 ; transfert et imputation des valeurs d'émissions de CO 2 . Cadre juridique (consid. 4). Griefs de la recourante (consid. 5.1). Il résulte de l'interprétation de l'art. 13 al. 1 de la loi sur le CO 2 que celui qui met pour la première fois en circulation un véhicule de tourisme en Suisse vaut comme importateur (consid. 5.2). Le titulaire de la réception par type met en principe en circulation les véhicules dont le type a été réceptionné (consid. 5.3). Application au cas d'espèce (consid. 5.4). La recourante représente une grande importatrice (consid. 5.5). Griefs de la recourante (consid. 6.1). Situation de départ (consid. 6.2). Un grand importateur peut exploiter une bourse CO 2 (consid. 6.3). Au moment de calculer la sanction CO 2 , il convient d'imputer au grand importateur les valeurs d'émissions CO 2 transférées dans le cadre d'une bourse CO 2 (consid. 6.4). Application au cas d'espèce (consid. 6.5). Regesto Art. 10-13 della legge sul CO 2 ; art. 17 cpv. 3, art. 20 e 29 dell'ordinanza sul CO 2 ; interpretazione della nozione di importatore; assegnazione tramite il codice del titolare dell'approvazione del tipo; ammissibilità delle borse di CO 2 ; trasferimento e attribuzione dei valori di emissioni di CO 2 . Quadro giuridico (consid. 4). Censure della ricorrente (consid. 5.1). Dall'interpretazione dell'art. 13 cpv. 1 della legge sul CO 2 risulta che è considerato importatore chiunque mette in circolazione per la prima volta in Svizzera un'automobile (consid. 5.2). In linea di principio è il titolare dell'approvazione del tipo che mette in circolazione le automobili il cui tipo è stato omologato (consid. 5.3). Applicazione nel caso concreto (consid. 5.4). La ricorrente è una grande importatrice (consid. 5.5). Censure della ricorrente (consid. 6.1). Caso di specie (consid. 6.2). Un grande importatore può gestire una borsa di CO 2 (consid. 6.3). Quando si tratta di calcolare la sanzione CO 2 , i valori di emissioni di CO2 ceduti nell'ambito di una borsa CO 2 devono essere attribuiti al grande importatore (consid. 6.4). Applicazione nel caso concreto (consid. 6.5).

Originalentscheid beim Gericht ↗

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