Vergütung von Arzneimittelkosten durch Ergänzungsleistungen auf Franchise und Selbstbehalt beschränkt (Art. 3d ELG, Art. 6 ELKV)
- BGE / ATF / DTF
- BGE 127 V 242 · ATF 127 V 242 · DTF 127 V 242
- Datum
- 22.08.2001
- Geschäftsnummer
- BGE 127 V 242
- Abteilung
- CH_BGE_007
- Ausgang
- Abgewiesen
Tragende Normen
Art. 3 ELG Art. 3d ELG Art. 3 ELKV Art. 6 ELKV Art. 7 ELKV Art. 19 ELV Art. 24 KVG Art. 64 KVG
Zusammenfassung
F. beantragte bei der Ausgleichskasse des Kantons Solothurn die Übernahme von Arzneimittelkosten als Teil der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV. Die zuständige Behörde lehnte die Vergütung ab, da die geltende Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (ELKV) eine solche Kostenbeteiligung nur noch im Rahmen der gesetzlichen Franchise und des Selbstbehalts vorsieht. F. erhob dagegen Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons Solothurn und machte geltend, dass die Ergänzungsleistungen weiterhin auch für Arzneimittelkosten aufkommen müssten, die nicht von der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt seien.
Das Bundesgericht wies die Beschwerde ab und bestätigte die Rechtsauffassung der Vorinstanz sowie der Ausgleichskasse. Gemäss Erwägung 4.c besteht nach der am 1. Januar 1998 in Kraft getretenen neuen ELKV ein Anspruch auf Vergütung von Arzneimittelkosten durch die Ergänzungsleistung ausschliesslich im Rahmen der Kostenbeteiligung nach Art. 64 KVG, also für Franchise und Selbstbehalt. Dies ergibt sich aus der systematischen Auslegung von Art. 3d Abs. 1 lit. f ELG in Verbindung mit Art. 3 und Art. 6 ELKV.
Die Vergütung setzt zwingend voraus, dass die obligatorische Krankenversicherung die entsprechenden Leistungen gemäss Art. 24 KVG übernimmt. Nur wenn die Krankenkasse leistungspflichtig ist, entsteht überhaupt eine Kostenbeteiligung des Versicherten, welche die Ergänzungsleistung bis zum jährlichen Höchstbetrag von 830 Franken gemäss Art. 7 ELKV ersetzen kann. Für Arzneimittel, die nicht in den Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung fallen, besteht folglich kein Anspruch auf Übernahme durch die Ergänzungsleistung. Das Gericht stützt sich dabei auf Art. 3 ELG, Art. 3d Abs. 1 lit. f und Abs. 4 ELG sowie Art. 19 ELV, wonach das EDI die Kompetenzen zur Konkretisierung der vergütbaren Kosten wahrnimmt.
Regeste
Art. 3 und 3d ELG; Art. 19 ELV; Art. 3, 6 und 7 ELKV: Vergütung von Arzneimittelkosten. Eine Kostenbeteiligung an Arzneimittel durch die Ergänzungsleistung ist nach der neuen ELKV vom 29. Dezember 1997, in Kraft ab 1. Januar 1998, nur im Rahmen von Franchise und Selbstbehalt möglich. Regeste Art. 3 et 3d LPC; art. 19 OPC-AVS/AI; art. 3, 6 et 7 OMPC: Remboursement de frais de médicaments. Selon la nouvelle OMPC du 29 décembre 1997, en vigueur depuis le 1er janvier 1998, une participation aux frais de médicaments par le biais de la prestation complémentaire n'est possible que pour la franchise et la quote-part. Regesto Art. 3 e 3d LPC; art. 19 OPC; art. 3, 6 e 7 OMPC: Rimborso delle spese per medicamenti. Giusta la nuova OMPC del 29 dicembre 1997, vigente dal 1o gennaio 1998, l'assunzione di spese per medicamenti tramite la prestazione complementare è possibile solo nei limiti della franchigia e della partecipazione alle spese.
Originalentscheid beim Gericht ↗
Zusammenfassung, Ausgang und tragende Normen sind maschinell ermittelt und können Fehler enthalten. Massgebend ist der Originalentscheid. Keine Rechtsberatung.