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Justizze. Art. 80 BVG

Bundesgericht

Pensionskasse überträgt gesamtes Immobilienportfolio an Anlagestiftung: Steueraufschub bei Aufteilung gemäss Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG zulässig (Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG)

BGE / ATF / DTF
BGE 148 II 259 · ATF 148 II 259 · DTF 148 II 259
Datum
28.02.2022
Geschäftsnummer
BGE 148 II 259
Ausgang
Abgewiesen

Tragende Normen

Art. 80 BVG

Zusammenfassung

Die Stadt Zürich erhob Beschwerde gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, das einen Steueraufschub für die Grundstückgewinnsteuer bei einer Übertragung des gesamten Immobilienportfolios einer Pensionskasse an eine Anlagestiftung im Austausch gegen Beteiligungsrechte am Immobilienportfolio dieser Stiftung zugestanden hatte. Streitig war, ob diese Transaktion als „Aufteilung“ im Sinne von Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG anzusehen ist und damit einen steueraufschiebenden Tatbestand erfüllt.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Stadt Zürich ab und bestätigte den Steueraufschub. Es stellte fest, dass die Übertragung des gesamten Immobilienportfolios der Pensionskasse A. an die Zürich Anlagestiftung im Jahr 2012 im Austausch gegen nennwertlose und unentziehbare Ansprüche an der Anlagegruppe "I." als „Aufteilung“ im Sinne von Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG zu qualifizieren ist. Der Begriff der „Aufteilung“ ist nicht an eine bestimmte Umstrukturierungsform gebunden und muss sich nicht zwingend im Rahmen einer Teil- oder Vollliquidation abspielen; entscheidend ist vielmehr, dass der Immobilienbestand dem bisherigen Vorsorgezweck verhaftet bleibt. Dies war hier der Fall: Die Liegenschaften blieben ausschliesslich der Personalvorsorge dienend, die Rechte und Ansprüche der Versicherten wurden gewahrt, und die Arbeitnehmer profitierten durch breitere Risikostreuung und Skalierungseffekte von der Umstrukturierung. Damit war der Steueraufschubtatbestand von Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG erfüllt. Die Vorinstanz hatte zu Recht angenommen, dass der Steueraufschubtatbestand vorliegt. Die Beschwerde war daher unbegründet.

Die Entscheidung klärt die autonome Bedeutung von Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG gegenüber den allgemeinen Umstrukturierungsvorschriften des StHG und bestätigt, dass ein Immobilien Asset Swap zwischen einer Pensionskasse und einer Anlagestiftung unter den Begriff der „Aufteilung“ fällt, sofern der Vorsorgezweck gewahrt bleibt.

Regeste

Art. 24 Abs. 3 StHG; Art. 80 Abs. 4 BVG; Aufschub der Grundstückgewinnsteuer bei Übertragung des Immobilienbestands einer Pensionskasse auf eine Anlagestiftung im Austausch gegen Beteiligungsrechte am Immobilienportfolio dieser Anlagestiftung ("Immobilien Asset Swap"). Als Anknüpfungspunkte für einen möglichen Aufschub der Grundstückgewinnsteuer bei einem "Immobilien Asset Swap" zwischen einer Pensionskasse und einer Anlagestiftung kommen sowohl Art. 24 Abs. 3 StHG (bzw. die entsprechende kantonale Umsetzungsvorschrift) als auch Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG in Betracht (E. 4.1-4.3). Nach der Konzeption des Gesetzgebers sollte Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG gegenüber den später erlassenen Art. 24 Abs. 3 und 3 ter StHG eine eigenständige Bedeutung behalten; die Bestimmung ist entsprechend ohne Rückgriff auf allfällige einschränkende Voraussetzungen von Art. 24 Abs. 3 und 3 quater StHG auszulegen (E. 5.1-5.3). Das Vorliegen einer "Aufteilung" (frz. "division"; it. "divisione") im Sinne von Art. 80 Abs. 4 Satz 2 BVG ist nicht an eine bestimmte Umstrukturierungsform gebunden und muss sich nicht zwingend im Rahmen einer Teil- bzw. Vollliquidation abspielen; solange der Immobilienbestand der Vorsorgeeinrichtung dem bisherigen Vorsorgezweck verhaftet bleibt, ist der Steueraufschub grundsätzlich zu gewähren (E. 6.4.1-6.4.3). Vorliegen einer "Aufteilung" im konkreten Fall bejaht (E. 6.4.5). Regeste Art. 24 al. 3 LHID; art. 80 al. 4 LPP; report de l'impôt sur les gains immobiliers en cas de transfert du parc immobilier d'une caisse de pension à une fondation de placement en échange de droits de participation au portefeuille immobilier de cette fondation de placement ("Asset Swap immobiliers"). Tant l'art. 24 al. 3 LHID (ou la disposition cantonale de mise en oeuvre correspondante) que l'art. 80 al. 4, 2 e phrase, LPP entrent en ligne de compte comme points de rattachement pour un éventuel report de l'impôt sur les gains immobiliers en cas de "Asset Swap immobiliers" entre une caisse de pension et une fondation de placement (consid. 4.1-4.3). Selon la conception du législateur, l'art. 80 al. 4, 2 e phrase, LPP devait conserver une signification autonome par rapport aux art. 24 al. 3 et 3 ter LHID adoptés ultérieurement; la disposition doit donc être interprétée sans recourir aux éventuelles conditions restrictives des art. 24 al. 3 et 3 quater LHID (consid. 5.1-5.3). L'existence d'une "division" ("Aufteilung" en allemand; "divisione" en italien) au sens de l'art. 80 al. 4, 2 e phrase, LPP n'est pas liée à une forme de restructuration déterminée et ne doit pas nécessairement se dérouler dans le cadre d'une liquidation partielle ou totale; tant que le parc immobilier de l'institution de prévoyance reste attaché au but de prévoyance antérieur, le report d'imposition doit en principe être accordé (consid. 6.4.1-6.4.3). Existence d'une "division" confirmée dans le cas concret (consid. 6.4.5). Regesto Art. 24 cpv. 3 LAID; art. 80 cpv. 4 LPP; differimento dell'imposizione sugli utili immobiliari in caso di trasmissione del portafoglio immobiliare di una cassa pensione a una fondazione di investimento in cambio di diritti di partecipazione al portafoglio immobiliare di questa fondazione di investimento ("Asset Swap immobiliare"). Quale riferimento per un possibile differimento dell'imposizione sugli utili immobiliari in relazione a un caso di "Asset Swap immobiliare" tra una cassa pensione e una fondazione di investimento entrano in considerazione sia l'art. 24 cpv. 3 LAID (o la corrispondente norma che lo traspone nel diritto cantonale) sia l'art. 80 cpv. 4 LPP, seconda frase (consid. 4.1-4.3). In base alla concezione del legislatore, l'art. 80 cpv. 4 LPP, seconda frase, deve conservare un significato autonomo rispetto all'art. 24 cpv. 3 e 3 ter LAID, adottato successivamente; la disposizione va quindi interpretata senza richiamarsi a eventuali condizioni restrittive dell'art. 24 cpv. 3 e 3 quater LAID (consid. 5.1-5.3). L'esistenza di una "divisione" ("Aufteilung" in tedesco; "division" in francese) ai sensi dell'art. 80 cpv. 4 LPP, seconda frase, non è legata a una forma di ristrutturazione specifica e non deve necessariamente essere riscontrata nel quadro di una liquidazione parziale o totale; finché il portafoglio immobiliare dell'istituzione di previdenza resta ancorato all'obiettivo di previdenza anteriore, il differimento dell'imposizione va di principio accordato (consid. 6.4.1-6.4.3). Esistenza di una "divisione" ammessa nel caso concreto (consid. 6.4.5).

Originalentscheid beim Gericht ↗

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