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Justizze. Art. 75 UVG

Bundesgericht

Umwandlung in öffentlich-rechtliche Anstalt begründet kein neues Wahlrecht: SUVA bleibt Versicherer (Art. 75 UVG; Art. 98 UVV)

BGE / ATF / DTF
BGE 141 V 221 · ATF 141 V 221 · DTF 141 V 221
Datum
27.03.2015
Geschäftsnummer
BGE 141 V 221
Abteilung
CH_BGE_007
Ausgang
Gutgeheissen

Tragende Normen

Art. 75 UVG Art. 98 UVV

Zusammenfassung

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) focht einen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts an, das den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) ein Recht zur Neuwahl des Unfallversicherers zugesprochen hatte. Die UPK waren per 1. Januar 2012 von einer kantonalen Dienststelle in eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit umgewandelt worden. Im Streit stand, ob diese rechtliche Verselbstständigung als Schaffung einer neuen Verwaltungs- und Betriebseinheit im Sinne der Unfallversicherungsverordnung zu werten sei, was ein einmaliges Wahlrecht zwischen der SUVA und einem Privatversicherer auslösen würde.

Das Bundesgericht hiess die Beschwerde der SUVA gut und hob den vorinstanzlichen Entscheid auf. Es stellte fest, dass die UPK durch die Umwandlung in eine öffentlich-rechtliche Anstalt nicht als "neu geschaffene" Verwaltungs- oder Betriebseinheit gelten können.

Entscheidend war, dass die UPK bereits vor dem 1. Januar 2012 als kantonale Dienststelle organisatorisch selbstständig waren. Sie verfügten über eine eigene betriebliche Spitalorganisation, eine eigene Verwaltung, eine eigene Personal- und Finanzabteilung sowie eine eigene Rechnung. Diese Merkmale erfüllten sie bereits unter der alten Rechtsform. Da sie zudem seit 1983 der SUVA zugewiesen waren und das Wahlrecht gemäss Art. 75 UVG damals bereits ausgeübt worden war, konnte dieses Recht nicht erneut geltend gemacht werden.

Das Gericht bestätigte zwar, dass Art. 98 UVV gesetzmässig ist und neu geschaffenen Einheiten ein Wahlrecht einräumt, verneinte aber die Anwendung dieser Bestimmung auf die konkreten Umstände der UPK-Umwandlung. Die blosse Änderung der Rechtsform ohne wesentliche Veränderung der organisatorischen Selbstständigkeit reichte nicht aus, um ein neues Wahlrecht zu begründen.

Regeste

Art. 75 UVG; Art. 98 UVV; Wahlrecht der öffentlichen Verwaltungen. Die in Art. 98 UVV erfolgte Regelung des Wahlrechts der öffentlichen Verwaltungen und öffentlichen Betriebe, namentlich der neu geschaffenen Verwaltungs- und Betriebseinheiten, liegt innerhalb des durch Art. 75 UVG gesetzlich abgesteckten Kompetenzrahmens (E. 5.1-5.3). Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel bildeten bereits vor der per 1. Januar 2012 erfolgten Überführung von einer Dienststelle des Kantons in eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons eine in sich abgeschlossene selbstständige Einheit (eigene betriebliche Spitalorganisation und -verwaltung, eigene Rechnung, eigene Personal- und Finanzabteilung) und können daher nicht als neu geschaffene Verwaltungs- und Betriebseinheit im Sinne von Art. 98 Abs. 2 UVV gelten. Das Recht auf die Wahl des Unfallversicherers ist gemäss Art. 75 UVG bereits ausgeübt worden (E. 6). Regeste Art. 75 LAA; art. 98 OLAA; droit d'option des administrations publiques. La réglementation de l'art. 98 OLAA relative au droit d'option des administrations publiques et des entreprises publiques, en particulier des unités administratives et des unités d'entreprises, ne sort pas du cadre de compétence légal fixé à l'art. 75 LAA (consid. 5.1-5.3). Les cliniques psychiatriques universitaires de Bâle formaient déjà une unité indépendante en soi avant leur transformation, au 1 er janvier 2012, de service cantonal en établissement de droit public cantonal. En effet, elles avaient leur propre organisation et administration hospitalières, disposaient d'un propre département du personnel et des finances et tenaient leur propre comptabilité. Elles ne peuvent par conséquent être considérées comme des unités administratives ou des unités d'entreprises nouvellement créées au sens de l'art. 98 al. 2 OLAA. Le droit de choisir l'assureur-accidents institué par l'art. 75 LAA a été déjà exercé (consid. 6). Regesto Art. 75 LAINF; art. 98 OAINF; diritto di scelta delle amministrazioni pubbliche. La regolamentazione dell'art. 98 OAINF sul diritto di scelta delle amministrazioni pubbliche e delle aziende pubbliche, in particolare delle entità amministrative e delle entità aziendali, non esce dal quadro di competenza legale stabilito dall'art. 75 LAINF (consid. 5.1-5.3). Le cliniche psichiatriche universitarie di Basilea costituivano già un'unità indipendente in sé prima della loro trasformazione, il 1° gennaio 2012, da servizio cantonale in istituto di diritto pubblico cantonale. In effetti, esse avevano la loro propria organizzazione e amministrazione ospedaliera, disponevano di un proprio dipartimento del personale e delle finanze e tenevano una loro propria contabilità. Esse non possono essere di conseguenza considerate come nuove entità amministrative o nuove entità aziendali istituite ai sensi dell'art. 98 cpv. 2 OAINF. Il diritto di scegliere l'assicuratore infortuni previsto dall'art. 75 LAINF è già stato esercitato (consid. 6).

Originalentscheid beim Gericht ↗

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